Schafisheim

«Der Schlag ging mitten ins Gesicht»: Vizeammann zur deutlichen Absage an die Lohnerhöhung

Der Gemeinderat Schafisheim.

Der Gemeinderat Schafisheim.

Der Schofiser Souverän sagte am 4. März deutlich Nein zur Gesamtentschädigung von 150'000 Franken pauschal für alle fünf Gemeinderäte. Unter dem Titel «Nachlese Entschädigung Gemeinderat» hat der Schofiser Vizeammann André Kreis dazu folgenden Text geschrieben:

«Das Volk hat sich nach dem deutlichen Entscheid an der Gemeindeversammlung vom November 2017 in der Referendumsabstimmung vom 4. März 2018 gegen eine moderate Erhöhung der Entschädigung für den Gemeinderat entschieden (mit 651 zu 429 Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 55,1 Prozent, Anmerkung der Redaktion). Das Referendumskomitee hat mit falschen Zahlen und Fakten argumentiert und Vergleiche mit den umliegenden Gemeinden gemacht, die so einfach nicht stimmen. Michael Letic hätte selbst als gewählter Gemeinderat gegen die Lohnerhöhung gekämpft. Ist das sein Verständnis für Demokratie und für eine Kollegialitätsbehörde?

«Enttäuschung ist sehr gross»

Das Referendumskomitee wünscht sich einen Gemeinderat, der sich für die Steuerzahler und nicht fürs eigene Portemonnaie einsetzt. Mit persönlichem Einsatz beim Regierungsrat war es möglich, den Anteil unserer Gemeinde bei der Aarauerstrasse mit Knoten Jumbo und Schoren um 547 800 Franken, für die Sanierung der Ortsdurchfahrt um 1,7 Mio. Fr. zu reduzieren. Das ist wohl fehlendes Engagement.

Der Steuerfuss wurde in den vergangenen zwölf Jahren um 4% erhöht und der Abtausch mit dem Kanton von 3% auf 2018 an die Steuerzahler weitergegeben. Das Eigenkapital konnte dank den erfreulichen Jahresabschlüssen regelmässig erhöht werden und dient der Schuldentilgung. Die Eigenwirtschaftsbetriebe Abwasser und Strom sowie Wasser stehen auf gesunden Füssen und die Bevölkerung profitiert von sehr tiefen Tarifen. Der Einwohnergemeinde können zusätzlich Darlehen – statt Fremdkapital – zu äusserst günstigen Konditionen gewährt werden. Das bedeutet wohl Misswirtschaft.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2018 habe ich für unsere Gemeinde 96 Stunden aufgewendet. Das sind mehr als 1,5 Stunden jeden Tag bzw. am Abend oder am Wochenende. Notabene, dieses Pensum von mehr als 30% kann ich als Frührentner leisten, jedoch ginge das nie als Berufstätiger. Bei einem Lohn für den Gemeinderat auf der Basis der abgelehnten Regelung ergäbe das einen Jahreslohn von Fr. 78 125. Das ist aus Sicht Letic ein fürstliches Gehalt und bedeutet wohl Geldgier. Im Übrigen ist der Mensch lebenslang ein Lernender, auch der Lehrer.

Der Schlag ging mitten ins Gesicht. Die Deutlichkeit ist für mich noch immer nicht erklärbar und die Enttäuschung ist sehr gross. Das Stimmvolk ist den absolut unwahren Argumenten und den happigen Vorwürfen des Komitees «Genug ist genug» gefolgt. Was bedeutet das für das Vertrauen in den erst im letzten Herbst neu gewählten Gemeinderat?»

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