Sarmenstorf/Seengen
Der «Rügel» wird sicherer und leiser

Die Strasse über den Rügel ist schon seit zwei Wochen gesperrt. Gestern Donnerstag ist die Sanierung mit dem Spatenstich auch offiziell eingeleitet worden.

Toni Widmer
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Spatenstich am Rügel mit Vertretern von Kanton, Gemeinden und der mit der Sanierung beauftragten Baufirma Cellere AG.

Spatenstich am Rügel mit Vertretern von Kanton, Gemeinden und der mit der Sanierung beauftragten Baufirma Cellere AG.

Toni Widmer

«In Seengen haben wir aktuell gleich vier Strassenbauprojekte am Laufen. Die Sanierung der Sarmenstorferstrasse über den Rügel können wir jetzt als Erstes in Angriff nehmen», erklärte Marius Büttiker, Gesamtprojektleiter der Abteilung Tiefbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Der Spatenstich vom Donnerstagmorgen erfüllte ihn sichtlich mit Stolz: «Wir haben schon bei der Planung tüchtig Gas gegeben. Von den ersten Planungen im Jahr 2013 bis zum heutigen Spatenstich sind nur fünf Jahre vergangen», sagte Büttiker. Und man werde weiter Gas geben: «Wir setzen zusammen mit dem beauftragten Unternehmen alles daran, dass die Vollsperrung der Kantonsstrasse über den Rügel im September, spätestens jedoch im Oktober, wieder aufgehoben werden kann.»

Rückblick: Seit Jahren Thema

Die gestern mit dem Spatenstich offiziell gestartete Sanierung der Kantonsstrasse über den Rügel ist zwar, wie Marius Büttiker vom BVU richtig sagte, vergleichsweise in Rekordzeit geplant und bewilligt worden. Im Gespräch ist sie allerdings schon deutlich länger. Die Bevölkerung in der Region konnte nur schwer nachvollziehen, weshalb die Kantonsstrasse vor Jahrzehnten nur auf dem Gemeindegebiet von Sarmenstorf ausgebaut worden ist.

Ab der Gemeindegrenze bis zum Seenger Dorfeingang blieb sie schmal. Und damit gefährlich. Obwohl über den Rügel eine offizielle Radroute ausgeschildert ist, haben Velofahrer die Strecke bisher nach Möglichkeit gemieden. Als Unfallschwerpunkt oder gar bekannte Raserstrecke im Aargau gilt die Ortsverbindung nicht. Dennoch hat es in der Vergangenheit ein paar wenige schwere Unfälle gegeben, die zumeist auf unangepasste Fahrweise zurückzuführen waren. Und im engen Waldstück sind über die Jahre einige Rückspiegel liegen geblieben. (to)

Die für ein solches Strassenbauvorhaben kurze Planungs- und Bewilligungsphase hat laut Büttiker mehrere Gründe. Zum einen habe die Gemeindeversammlung Seengen ihren Kostenanteil von 300 000 Franken an das 4,5-Millionen-Projekt im ersten Anlauf genehmigt. Zum anderen habe man sich mit den Anwohnern, die eine Sammeleinsprache eingereicht hatten, relativ bald einigen können, und auch im Landerwerbsverfahren habe es keine grösseren Probleme gegeben.

Fahrbahn wird leicht breiter

«Der Rügel», wie die Ortsverbindung zwischen Seengen und Sarmenstorf im Volksmund genannt wird, ist auf dem Gebiet von Sarmenstorf schon vor Jahrzehnten ausgebaut worden. Auf Seenger Gebiet war die Strasse jedoch mit maximal fünf Meter Breite für das heutige Verkehrsaufkommen deutlich zu schmal. Im Waldstück beim Tagungshaus der reformierten Landeskirche betrug die Fahrbahnbreite stellenweise sogar lediglich 4,5 Meter.

Neu gibt es keine Rennstrecke, aber mit durchgängig sechs Meter Fahrbahnbreite eine Strasse, auf der Personenwagen sicher kreuzen können. Für Lastwagen und Cars gilt auch weiterhin ein Fahrverbot. Über den Rügel führt zudem auch eine kantonale Radwegroute. Auch für Velofahrer verbessern sich die Bedingungen mit der Sanierung deutlich.

Für die Anwohner, die bis im Herbst mit Baulärm und Behinderungen rechnen müssen, brechen danach ruhigere Zeiten an. Die neue Fahrbahn werde im Innerortsbereich von Seengen mit einem lärmoptimierten Deckbelag versehen, erklärte Büttiker.