Lenzburg

Der Park «Im Lenz» als Mischung aus Industrie und Wildnis – schon erste Vandalen am Werk

Ein Grossteil des Aabachparks im Quartier «Im Lenz» wurde bereits von der Stadt übernommen. Der Park soll Industriecharakter ausstrahlen. Leider haben Vandalen schon in der ersten Woche ihr Unwesen getrieben.

Arbeiten. Wohnen. Erleben. Auf diesen drei Säulen basiert das Sein im neuen Lenzburger Quartier «Im Lenz».

Gewohnt wird bereits in zahlreichen der letztlich 500 Wohnungen und gearbeitet wird auf den Gewerbeflächen, die sich ebenfalls immer mehr füllen. Ein Fixpunkt für das Erleben ist der Aabachpark auf der Ostseite des gesamten Areals.

Gerade in den letzten etwas wärmeren Tagen wurde diese Fläche von «Im Lenz»-Bewohnern und -Besuchern erstmals intensiver in Beschlag genommen. «Mittlerweile hat es schon viele Mütter, die mit ihren Kindern den Spielplatz besuchen», hat Thomas Kieser, vom Lenzburger Werkhof zuständig für die Betreuung des Aabachparks, beobachtet.

Immer und immer wieder: die Rutschbahn im neuen Park hinuntersausen. (Video: Chris Iseli)

Beton wurde belassen

Passend zu den funktionalen Gebäuden im neuen Stadtteil ist der Hauspark keine klassische Grünfläche mit penibel gepflegten Rasenflächen und sauber geharkten Kieswegen. Grosse Betonflächen wechseln sich ab mit wild wuchernden Büschen oder mit Maschendraht gesicherten Übergängen.

«Wir wollten den ursprünglichen Industriecharakter zu einem grossen Teil bewahren», sagt Christian Brenner, Leiter der Abteilung Tiefbau beim Lenzburger Stadtbauamt. Und so hat man entschieden, die Fundamente der zwei früheren Lagertanks aus der Hero-Zeit wie auch die Abwasser-Zwischenspeicher aus Beton zu belassen.

Die Tanksockel werden neu genutzt: In einem der kreisrunden Becken ist eine grosse Holzbank zum Verweilen eingerichtet; die zweite dient als Retensionsbecken für das gesammelte Dachwasser der «Im Lenz»-Gebäude. Der nach Regenfällen hier entstehende Teich bietet zusätzlichen Lebensraum für Fauna und Flora.

Der Bezug zur Natur ist Brenner wichtig: «Wir haben hier eine Mischung zwischen Park und Wildnis. Ja, die Natur darf sich in diesem früheren Industrieareal etwas zurückholen.» Wie auf Bestellung posierte während der Begehung ein Prachtexemplar von Graureiher auf einer kleinen Aabach-Insel vor dem Park.

Allfällige Sicherheitsbedenken ausgeklammert, sehen die Verantwortlichen des Stadtbauamtes den Aabachpark durchaus als Möglichkeit, Jugendlichen den Kontakt zur Natur zu ermöglichen: «Wir hätten nichts dagegen, wenn die Kinder hier ans Ufer des Aabachs gehen», so Brenner.

Schon die ersten Vandalen

Mit der Arealentwicklerin, der Firma Losinger Marazzi, sind die Übernahmedetails des Park-Areals festgelegt. Die «Möblierung», etwa im Bereich des Spielplatzes, der über der versiegelten Fläche mit der Hero-Produktionsabfälle-Deponie eingerichtet wurde, erfolgte gemeinsam. Offiziell wurde der nun zugängliche Südteil des Aabachparks schon im letzten Winter an die Stadt Lenzburg übergeben.

Jetzt im Frühling wurde die Infrastruktur ergänzt: Das Stadtbauamt montierte neben die zwei eigentlich vandalensicheren Brätelstellen zwei bedachte Brennholzlager, wo sich Grillfreunde eindecken konnten.

Der Service der Stadt wurde nicht nur positiv aufgenommen. «Leider haben die Holzunterstände im Park keine Woche überlebt!», meldete Christian Brenner Ende letzter Woche und legte dem Mail zwei Fotos bei: Ein Unterstand ist völlig verkohlt; offensichtlich wurde das Brennholz im Lager angezündet. Auf einem zweiten Bild ist eine angesengte Lenzburger Bank zu sehen.

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Autor

Fritz Thut

Fritz Thut

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