Dürrenäsch
Der Nocino gehört zu Fritz Waltis Nuss-Spezialitäten

Der Nocino ist das willkommene Absackerli nach einem üppigen Mahl. Nocino ist ein Likör und wird aus Baumnüssen hergestellt. Ursprünglich aus Italien und dem Tessin gibt es ihn nun auch in Dürrenäsch.

Ruth Steiner
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Fritz Walti verkauft die Nussprodukte am Herbstmarkt im Schloss Hallwyl. Str

Fritz Walti verkauft die Nussprodukte am Herbstmarkt im Schloss Hallwyl. Str

Der Nocino veredelt eine Kugel Vanilleglace zum köstlichen Dessert. Ebenso ist er das willkommene Absackerli nach einem üppigen Mahl. Nocino ist ein Likör und wird aus Baumnüssen hergestellt. Ursprünglich kommt er aus Italien und dem Tessin. Nocino gibt es jedoch auch bei Fritz Walti.

Der Bauer und Baumschulist aus Dürrenäsch erntet jedes Jahr rund 150 Kilogramm Baumnüsse von seinen 27 Nussbäumen. Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht, wenn er über die Produkte spricht, die er eigenhändig aus den Nüssen herstellt: Baumnusspesto, Zuckernüsse, Nussguetzli, Baumnussöl. Und eben der Nocino. Der kaffeebraune Likör ist seine ganz besondere Spezialität. Walti berichtet gerne über seine Nocino-Produktion, über den immensen Aufwand, den er betreibt, bis das wohlschmeckende und verdauungsfördernde Getränk in Flaschen abgefüllt, diese hübsch etikettiert und die Verschlüsse verordnungskonform verschweisst sind.

80 Tage von der Nuss zum Likör

Wer Nocino herstellen will, der muss im Kalender den 24. Juni, den Johannistag, rot markieren. Dann müssen die grünen unreifen Nüsse vom Baum gepflückt werden. Fritz Walti warnt jedoch davor, sich blind auf das Kalenderblatt zu verlassen. Je nach der klimatischen Entwicklung könnte es nämlich bereits zu spät sein für die Ernte. «Die Nuss muss innen noch weich sein», sagt er. Zum Test sticht er jeweils mit einer Stricknadel durch die weiche grüne Schale. Stösst die Nadel auf Widerstand, ist die Nussschale bereits zu stark entwickelt, «verholzt» nennt Walti diesen Reifezustand. Deshalb beobachtet er das Wetter und seine Baumnüsse im Juni ganz genau, um den perfekten Erntezeitpunkt ja nicht zu verpassen.

Anschliessend werden die Früchte von Hand in Viertel geschnitten. Fritz Walti setzt die Nussstücke in eigenem Gravensteinerschnaps in grossen ballonförmigen Mostflaschen an. Hinzu kommen verschiedene Gewürze wie Zimt, Nelke, Muskat, Vanille. Über die Zutaten spricht er, die jeweilige Menge bleibe jedoch sein Betriebsgeheimnis, sagt er. Während 40 Tagen lässt Walti das Gebräu an der Sonne ziehen. In dieser Zeit bekommt der Nocino seine kaffeebraune Farbe. Dann wird der Aufguss gefiltert, mit Zuckerwasser – «wichtig ist die richtige Menge Zucker» – angereichert und weitere 40 Tage im Dunkeln ruhiggestellt. Fertig ist der Likör. Jetzt muss der Nocino nur noch in Flaschen abgefüllt werden.

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