Holderbank

Der Neubau ist in Gefahr: Droht dem Schulhaus das Referendum?

Wegen erwartet hohen Aufmarschs wurde ein Zelt gestellt.

Wegen erwartet hohen Aufmarschs wurde ein Zelt gestellt.

An der Gemeindeversammlung vorgestern Abend lehnte ein Drittel der Anwesenden den Neubau ab.

Bereits zweimal musste die Sommergmeind in Holderbank ­verschoben werden. Das erste Mal wegen Corona, dann aus Platzgründen, der Aufmarsch war zu gross.

Vorgestern nun hat der Gemeinderat einer erneuten Absage vorgebeugt. Für die Versammlung liess er im Schachen ein Zelt errichten. Auf dieses prasselte der Regen zuweilen so intensiv nieder, dass kaum ein Wort zu verstehen war. Doch die wetterbedingten Unannehmlichkeiten sollten die 126 Anwesenden nicht davon abhalten, endlich über den umstrittenen Kredit über 13,85 Millionen Franken zum Bau eines neuen Schulhauses mit Einfachturnhalle abzustimmen. Holderbank braucht dringend neuen Schulraum. Auch die Kritiker des Projekts unterstützen die grundsätzliche Stossrichtung des Gemeinderats. Allerdings bewerten sie das Bauvorhaben als zu teuer und möchten es vor allem verknüpft wissen mit dem Wiederaufbau der abgebrannten Mehrzweckhalle. «Wollen wir der nachfolgenden Generation eine so grosse finanzielle Last aufbürden?», fragte ein Stimmbürger und fasste den skeptischen Standpunkt zusammen, dass sich die Gemeinde mit dem Bauvorhaben finanziell übernehme.

Landverkauf abgelehnt, Käufer nicht genehm

Die kritischen Voten kulminierten in einem Antrag für eine geheime Abstimmung sowie einem Antrag zur Rückweisung des Geschäfts. Die beiden Anträge wurden mit einem Gegenmehr abgewiesen und am Ende genehmigte die Gemeinde den Baukredit mit 78 Ja- zu 41 Nein-Stimmen. Ein kurzer, aber intensiver Applaus begleitete den Entscheid. Dieser untersteht allerdings dem fakultativen Referendum und es wird sich zeigen, ob die Projektgegner noch einmal einen neuen Anlauf nehmen wollen.

Gemeindeammann Herbert Anderegg erklärte im Anschluss, die Abstimmung zum Schulhausbau sei in etwa so herausgekommen, wie er sich das vorgestellt habe. «Mir war wichtig, dass verfahrenstechnisch alles richtig läuft.» Er zeigte sich aber auch erleichtert über den Entscheid. «Die Zeit zum Schulhausbau drängt», sagte er.

Abgelehnt wurde am Donnerstagabend überraschend der vorbereitete Kaufvertrag für den Verkauf von Land im Gebiet Schümel zum Preis von 4,2 Millionen Franken. Die Gegner des Geschäfts, die mit 63 Nein- zu 35 Ja-Stimmen obsiegten, machten Vorbehalte gegen den Landkäufer, die Thermo Systems GmbH, geltend und mahnten vor einem überstürzten Landverkauf. «Diese Abstimmung hat gezeigt, dass die Bevölkerung bezüglich Wachstum der Gemeinde wieder etwas mehr Zurückhaltung walten lassen will», sagte Gemeindeammann Anderegg. (str)

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