Ähneln Katzenhalter, zu 80 Prozent ist es wohl eine Halterin, mit der Zeit ihrem Haustier? Man kennt das von Hunden und ihrem Besitzer. Wer kennt nicht das Bild eines Hundes mit ernstem Blick, Runzeln auf der Stirn und schlaff herunterhängenden Wangen, Deutscher Boxer? Ist der Hundehalter im fortgeschrittenen Alter, gehorchen auch dessen Backen den Gesetzen der Schwerkraft. Die Ähnlichkeit? Frappant. Weil man sich auf das Offensichtliche konzentriert?

Aber Katzen? Ja, es gibt sie, die Frauen mit wilden Haaren, die auch eine Langhaarkatze ihr eigen nennen. Und es gibt Katzen wie Frauen mit Löwenmähnen. Viele Züchterinnen weisen auf die inneren Werte hin. Da manifestiere sich denn auch der Unterschied von Katz und Hund. «Der Hund hat einen Meister, die Katze Personal» – was Edith Thüringer sagt, betont die eigenständige Persönlichkeit einer Katze.

Der Katzen Eigenwilligkeit imponiert. Während der Hund dem Meister gehorchen muss, gibt im Verhältnis Katze – Mensch die Katze den Ton an. «Betsy-Boo hat mich gelehrt, auch einmal an mich selber zu denken», sagt Edith Thüringer: «Der Mensch kann von Katzen lernen.» Alfred Wittich, OK-Präsident der Ausstellung in Lenzburg, leitet gar eine Regel ab: «Freiheitslebende Menschen, die sich nicht gerne alles vorschreiben lassen, sind eher Katzenmenschen.» Und umgekehrt. Wer nichts zu sagen hat, sich unterdrückt fühlt, gebe gerne den Druck nach unten weiter. Eher Menschen, die Hunde halten.

Und natürlich gibts auch Stände mit einschlägigen Angeboten: Katzentaschen, Federwedel, Katzenbäume. Und Stinkmäuse: mit Baldrianwurzeln gefüllte Tiere, deren Geruch an Schweissfüsse gemahnt. Man kann sein Lieblingstier fotografieren oder zeichnen lassen und kriegt gutes Futter. International ist die Ausstellung vor allem wegen der Richter: Sie kommen aus Italien, Lettland, Liechtenstein und der Schweiz. Kopf, Augen, Ohren, Fell, Schwanz, aber auch der ganze Körperbau werden am Idealtyp der jeweiligen Rasse gemessen und beurteilt. «Wichtige Hinweise für die Zucht», sagt Tamara Jud.