Lenzburg
Der Maimärt findet neu am Mittwoch statt

Der Maimärt wird von Donnerstag auf Mitte Woche verlegt. Nächster Markttag ist am 10. Mai, es haben sich so viele Marktfahrer angemeldet, wie noch nie.

Ruth Steiner
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Mit Marktchef Kurt Kaufmann organisiert jetzt ein Profi die Jahrmärkte.Fur

Mit Marktchef Kurt Kaufmann organisiert jetzt ein Profi die Jahrmärkte.Fur

Henrik Furrer

Lenzburg lässt nichts unversucht, um den Jahrmärkten neues Leben einzuhauchen. Als jüngste Massnahme wird der Frühlingsmarkt von bisher Donnerstag auf den zweiten Mittwoch im Mai verlegt.

Der Stadtrat begründet den Wechsel des Wochentags mit dem schulfreien Nachmittag. «Am Mittwochnachmittag haben die Schüler frei, das dürfte mehr Publikum an den Markt bringen. Wir denken dabei vor allem an Familien mit Kindern», erklärt Stadtrat Martin Stücheli die Absicht.

Das ist am Maimärt gratis

Das Marktkonzept sieht im Rahmenprogramm verschiedene Gratisangebote vor. Diese sollen nun weiter ausgebaut werden. Auf das Jahrmarkt-Karussell wird in Lenzburg seit einiger Zeit verzichtet. Anstelle dessen wird auf dem Metzgplatz das «Tschu-tschu-Bähnli» der Gartenbahn Staufen aufgestellt. Die «Eisenbahn-Enthusiasten», wie sich die Vereinsmitglieder selber nennen, kurven mit dem passagierbeladenen Züglein rund um das Gebäude des Alten Gemeindesaals. Die Bähnlifahrt kommt beim Publikum gut an. Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr auf der Promenade: Hier dürfen die Kinder am Maimärt gratis mit dem Pony reiten. Die Kosten für die Gratis-Angebote trägt laut Marktchef Kurt Kaufmann die Stadt Lenzburg. (str)

Die Bemühungen gehen aber noch weiter. Eine extra eingesetzte Fachgruppe «Märkte» mit Vertretern der Stadt, Regionalpolizei, des Schweizerischen Marktverbandes, Standortmarketings und der Vereinigung Centrum Lenzburg sowie Tourismus Lenzburg-Seetal hat sich mit neuen Inspirationen der Traditionsanlässe, insbesondere des Maimärts befasst. Dabei seien «visionäre Ideen und traditionelle Ausrichtung aufeinandergeprallt.»

Vom Ideenkatalog liess sich laut Stücheli für den kommenden Markttag am Mittwoch, 10 Mai noch nichts realisieren. «Die Zeit war zu knapp dafür.» Der Maimärt hat in den vergangenen Jahren zunehmend ein düsteres Bild gezeigt. Sinkende Besucherzahlen, laufend weniger Marktstände, halb leere Gassen: Im Gegensatz zum Chlausmarkt, der im Dezember Publikum in die Lenzburger Altstadt lockt, wurde das Markt-Geschehen im Frühling in letzter Zeit zu einem traurigen Anblick. Dem serbelnden Frühlings-Event drohte die Auflösung.

Markt mit Rekordbeteiligung

Dann hat der Stadtrat ein Machtwort gesprochen und an der jahrhundertealten Lenzburger Tradition festgehalten. Hingegen wurde die Organisation der zwei Jahrmärkte in professionelle Hände gelegt. Seit vergangenem Jahr ist Kurt Kaufmann vom Schweizerischen Marktverband dafür zuständig. «Dieser Wechsel hat sich bewährt», betont Stadtrat Stücheli.

Marktchef Kurt Kaufmann zieht für das erste Jahr eine positive Bilanz. Und ist zufrieden mit den vorgesehenen Neuerungen. Die meisten Marktfahrer hätten den Wechsel auf Mittwoch gut aufgenommen, sagt er.

Tastsächlich: 124 Marktstände, rund 15 Stände mehr als letztes Jahr, bedeutet für den Maimärt eine Rekordbeteiligung. Dazu sagt Kurt Kaufmann: «Wir haben einen guten Warenmix zusammengestellt. Neu gibt es im Lenzburger Marktangebot beispielsweise einen Stand mit lauter Korkwaren, ein anderer mit 800 verschiedenen Portmonnaies. Es gibt italienische Süssigkeiten, griechische Spezialitäten und verschiedene ‹Merängge›.»

Setzlingsmarkt und Gastgemeinde

Geht es nach den Markterneuerern, so wird der Lenzburger Maimärt noch einige Innovationen erfahren. Auf der Wunschliste stehen Projekte wie Integration eines Setzlingsmarktes und Einladung einer Bezirksgemeinde. Jedes Jahr soll eine andere Gemeinde am Markttag in Lenzburg z’Visite sein und sich von ihrer besten Seite zeigen können. «Das fördert die Gemeinschaft im Bezirk», ist Stücheli überzeugt.