Am Ostersamstag startet die letzte Saison der Badi Möriken-Wildegg. Zumindest im jetzigen Erscheinungsbild. Denn im Herbst beginnt die Totalsanierung. Die erste in der 83-jährigen Geschichte des Bades. «Ich bin schon etwas wehmütig», sagt Badmeister Peter Dietiker. Seit 31 Jahren schaut er im Schwimmbad nach dem Rechten. «Ich bin mit dieser Badi alt geworden.» Doch Veränderungen hätten immer auch etwas Gutes, sagt er und blickt auf den 2016 eingeweihten Verpflegungstrakt. «Hier stand eine alte Holzhütte. Jetzt haben wir einen wunderschönen Kiosk.»

In der alten Badi hat der 61-Jährige schon einiges erlebt. Glücklicherweise musste er nie einen seiner Gäste reanimieren. Doch zwei Mal kam es zu brenzligen Situationen. Vor einigen Jahren sahen zwei Jugendliche vom Drei-Meter-Sprungturm aus, dass sich am Boden des Beckens eine Person befand, die sich nicht mehr regte. Kurzerhand sprangen sie ins Wasser und zogen den Buben raus. Dieser kam sofort wieder zu sich und Dietiker wies ihn ins Spital ein. Ein anderes Mal machte ein junger Mann einen Köpfler vom Drei-Meter-Sprungbrett und stiess mit einem Schwimmer zusammen. Letzteren flog die Rega ins Spital. Beide Unfälle gingen verhältnismässig glimpflich aus. Doch darauffolgende Sicherheitsüberprüfungen ergaben, dass das Sprungbrett nicht mehr den Normen entsprach. Es wurde abgebaut, einen Ersatz gab es nicht. Seither müssen sich die Badegäste mit dem Ein-Meter begnügen.
Doch was Peter Dietiker am meisten in Erinnerung bleibt, sind die geselligen Anlässe in der Badi. Beispielsweise die Zeltnacht für die ganze Familie in den Sommerferien. Oder die Tropical Night, an der auch schon die bekannte Zürcher Band Baba Shrimps oder die Frauen-Musikkabarett-Gruppe Acapickels auftraten. Beide Events finden auch diese Saison wieder statt. «Besonders war natürlich auch die Saisoneröffnung vor knapp 20 Jahren, an der die beiden Künstler Bruno Weber und Martha Hofer ihre Werke zeigten», schwärmt Dietiker noch heute. Der öffentlichkeitsscheue und 2011 verstorbene Bruno Weber kam damals sogar persönlich vorbei. Auch für die Eröffnung am kommenden Samstag haben sich Dietiker und sein Team etwas Besonderes einfallen lassen. Aber mehr über die Osterüberraschung will der Badmeister noch nicht verraten.

«So nicht mehr attratkiv»

Was aber jetzt schon klar ist: Eine Verlängerung der Saison wie im vergangenen Jahr gibt es 2019 nicht. «Auch nicht bei 30 Grad», sagt die für das Schwimmbad zuständige Gemeinderätin Jeanine Glarner mit einem Schmunzeln. Zwar habe sich die Verlängerung 2018 wohl gelohnt. «Wir hatten insgesamt rund 25 Prozent mehr Einnahmen aus den Eintritten gegenüber 2017», sagt die 35-Jährige. Und mit 577 verkauften Saisonkarten sei der Rekord gebrochen worden. «Doch wir wollen unmittelbar nach Saisonschluss mit der ersten Etappe der Sanierung der Badi beginnen, damit wir pünktlich auf die Eröffnung am 18. April 2020 fertig sind.»

Die FDP-Gemeinderätin freut sich auf die «nigelnagelneue Badi», sagt sie. Denn es gäbe einiges zu machen am Schwimmbad. «Das Kinderbecken sei im heutigen Zustand nicht mehr attraktiv», so Jeanine Glarner. Mit dem Umbau erhalten die kleinen Badegäste ein neues Becken mit einem Sonnensegel und einer neuen Rutsche. Es wird weiter nach hinten verschoben – weg vom grossen Becken. Auch am U-förmigen Gebäude müsse einiges gemacht werden, sagt Jeanine Glarner. «Das Gebäude ist immer noch im Originalzustand – bis auf den Anstrich.»

Sanierung kostet fast 2 Millionen

Mit dem Umbau erhält das Bauwerk ein neues Dach mit einem Vordach. Die Aussenfassaden und die sanitären Anlagen werden neu gemacht. Die Räumlichkeiten werden anders angeordnet: Die Damen- und Herren-Garderoben kommen rechts und links des Eingangs zustehen; die Räume für Badmeister Peter Dietiker, die Schule, der Kiosk und die Wasseraufbereitungsanlage werden zusammen auf einer Seite angeordnet. «Der ursprüngliche Charme der Badi soll aber erhalten bleiben», sagt Jeanine Glarner. Für die Sanierung und den neuen Kleinkinderbereich genehmigte die Gmeind 1,98 Millionen Franken.
Auf den Drei-Meter-Sprungturm müssen die Badegäste aber noch etwas warten. Dessen Realisierung ist in der zweiten Etappe geplant. So soll zwischen dem grossen Schwimmbecken und dem Kinderbereich ein weiteres Becken gebaut werden mit einem Ein- und einem Drei-Meter-Turm sowie einem Nichtschwimmer-Bereich. Das ist im Finanzplan für 2023 vorgesehen.