Lenzburg

Der Lenzburger Einwohnerrat beging mit Humor den Abschlussabend

«Unautorisiert, persönlich» ist die Rede von Christoph Hofstetter.

«Unautorisiert, persönlich» ist die Rede von Christoph Hofstetter.

Mitglieder von Legislative und Exekutive feierten nach der Einwohnerratssitzung. Nach altem brauch treffen sich die Einwohner- und Stadträte mit ihren Partnern sowie die Arbeiter hinter den Kulissen der Stadtverwaltung alle zwei Jahre.

Liebäugelt Einwohnerratspräsident Michael Häusermann am Ende seiner Amtszeit gar mit einer Fusion mit der Gemeinde Staufen? Zum Auftakt des Abschlussabends am Freitag heisst er die Gäste und das «einheimische Gewächs» herzlich willkommen. Mit «einheimischen Gewächsen» meint er den Kinderchor Staufen, der zusammen mit einer Kleinformation des Jugendspiels Lenzburg den Apéro in der Markthalle des Alten Gemeindesaals umrahmt. Die Lenzburger würden schon fusionieren wollen, meint Häusermann augenzwinkernd. «Aber die Staufner wehren sich mit Händen und Füssen»

Die SVP serviert den Apéro

Die Präsidien des Rats und der Geschäftsprüfungskommission gehen zu Ende und die politischen Mitglieder blicken auf eine halbe Amtszeit zurück. Die SVP serviert den Apéro: Wein, Bier, Orangensaft und köstliche Häppchen, die aus der Hand von Schulpflegepräsidentin Myrtha Dössegger stammen. Danach gehts in den ersten Stock, wo sich die Gäste an den festlich gedeckten Tischen niederlassen. Das Licht ist gedämpft, Kerzenlicht erhellt den Saal. Sterne hängen an den Leuchtern. Weihnachten steht vor der Tür.

«Sie entscheiden selbst, wie glatt und interessant dieser Abend wird», läutet Michael Häusermann das Nachtessen ein. «Nehmen sie ihre Tischnachbarn wahr und hören sie für kurze Zeit auf, ihr Handy zu streicheln.» Wohl verspricht der Einwohnerratspräsident keine atemberaubenden Zaubertricks, kein Achtgänger und keine Pepe-Lienhard-Band. Dafür liegt das Gute zu nah. Das Motto des Abends widmet Häusermann den Einheimischen. Einheimisch ist auch die Küche: Das Hotel Krone verwöhnt die Gäste mit einem Dreigänger.

Unautorisierte und persönliche Abrechnung

Lustige und musikalische Beiträge lockern die Stimmung. Als Erstes tritt Christoph Hofstetter, seit rund einem Jahr Stadtschreiber auf. Er rechnet mit der Gesellschaft ab, humorvoll heisst dies bei ihm «Up-Rechnung». U für unautorisiert, p für persönlich. Mit 301 Seiten habe sich der Einwohnerrat in diesem Jahr herumgeschlagen, wovon der Rechenschaftsberichte mit 115 Seiten eindeutig die längste Vorlage gewesen sei. Seit seinem Stellenantritt sei es zu sechs Rücktritten gekommen, im Monat mache das durchschnittlich 0,4; zum Vergleich letzten 10 Jahre mit 0,4416 Einwohnerräten. Sein persönliches Fazit: Die Parteien seien engagiert, konstruktiv kritisch. «Wenn wir weiter so arbeiten und auch einmal etwas Unorthodoxes wagen, geht die Rechnung in Lenzburg sicher auf.».

Unkonventionell das Abschlussgedicht des Einwohnerratspräsidenten. Er lässt Geschäfte wie Haldenweg, Familienzentrum, Hero und Schulbauten Revue passieren und nimmt Parteien und Stadtrat gleichermassen auf die Schippe: Sein Credo während seiner zweijährigen Amtszeit zieht sich wie ein roter Faden hindurch: «Mit Humor gehts besser.» Wer zum Schluss des Gedichts aber ein Zitat von ihm erwartet hat (so machte es Häusermann nach jeder Einwohnerratssitzung), wird enttäuscht. Als Trost spielt die Lenzburger Big Band jazzige Musik und diese gefällt dem Publikum ausgezeichnet.

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