Historische Fotos zeigen, dass der Hügel zu Zeiten von Schlossbesitzer August Edward Jessup 1893 und die Gofi-Flanke anno 1905 gänzlich mit Reben bepflanzt waren. So weit wollen die Lenzburger Ortsbürger-Rebbauern und die Stiftung Schloss Lenzburg mit ihren Erweiterungsplänen nicht gehen.

Zwar war der Start des jüngsten Rebbau-Projekts etwas harzig. Doch jetzt scheint man mit den Planungsarbeiten soweit fortgeschritten zu sein, dass die Grundlagen für die notwendigen Bewilligungen von Stadt und Kanton parat sind. Vorgesehen ist, die 40 Aren am Schlossberg um 5600 bestockte Quadratmeter zu erweitern.

Etwa gleich viel Schlossland wird für Erschliessung und ökologische Ausgleichsmassnahmen benötigt. An der Generalversammlung der Rebbauvereinigung orientierte Rebbauern-Vorstandsmitglied Max Werder über den aktuellen Stand der Dinge: «Dreiviertel des Projekts ist ‹angeteiget›.» Doch ist es ein weiter Weg bis zum Ziel. Man hofft jedoch, das Baugesuch an die Stadt, welches vom Kanton sanktioniert werden muss, noch vor den Sommerferien einreichen zu können.

Finanzielle Basis ist gesichert

Es gilt, das Projekt mit der Schloss-Stiftung als Grundbesitzer aufzugleisen und mit dem soeben mit Gold- und Silbermedaillen ausgezeichneten Winzerpaar Kathrin und Claudio Hartmann die Pflege vertraglich zu regeln. Die Erschliessung soll ab der Kurve Schlossstrasse erfolgen, das verlangte Terrassierungs-Muster im Massstab 1:1 ist im Bau. Geplant sind Fahr- und Fusswege, Treppen, Plätze, ein Geräteunterstand aus Ortsbürgerholz mit gedecktem Platz,
die Infrastruktur mit Bewässerung und Elektrizität. Bäume müssen gerodet, Ersatzpflanzungen vorgenommen und einzelne Trockenmauern saniert werden. Man hofft, dass die tüchtigen «Räblüüs» gewisse Arbeiten übernehmen.

Schloss-Stiftung und Rebbaukommissär Peter Rey beurteilen das Projekt positiv, die Rebbauern vorläufig auch – die Anlagekosten sind noch nicht präzis berechnet. Aber die Vereinigung steht finanziell gut da. Bei Bedarf wird an einer ausserordentlichen Versammlung weiter über den Planungsablauf orientiert.

Steigende Nachfrage

Auch versicherte der im Amt bestätigte Vorstand, dass der Weinverkauf gut läuft und gar Engpässe vorkommen, was zu einem Gewinn von 4750 Franken verhalf. Die letztjährige Ernte war hervorragend.