Holderbank AG

Der Kampf um Schulhaus und Turnhalle ging bis vors Bundesgericht

Die Turnhalle (links) stammt aus dem Jahr 1924, daneben ist die Gemeindeverwaltung und dann das Schulhaus von 1911. Ganz rechts stehen Containerprovisorien.

Die Turnhalle (links) stammt aus dem Jahr 1924, daneben ist die Gemeindeverwaltung und dann das Schulhaus von 1911. Ganz rechts stehen Containerprovisorien.

Es brauchte einen Entscheid des Bundesgerichts, um in Holderbank den Weg für ein neues Schulhaus zu ebnen.

Holderbanks Steuerfuss ist auf komfortablen 95 Prozent. Noch. Das dürfte sich schon bald ändern.

«Wir werden den Steuersatz wohl etwas erhöhen müssen», sagt Gemeindeammann Herbert Anderegg, ohne weitere Details zu nennen. Die Gemeinde steht vor grösseren Investitionen. Steuereinnahmen von 3,2 Millionen Franken wie 2017 reichen nicht aus, um die Bauvorhaben zu berappen.

Investiert wird in die Sanierung der Kantonsstrasse auf der Strecke Kreisel Schümel bis nach Schinznach. Sie ist bereits angelaufen. 16 000 Fahrzeuge brausen jeden Tag auf dieser Strasse durch Holderbank. Weil die Gemeinde den hohen Fremdverkehrsanteil plausibel machen konnte, muss sie an das Sanierungsprojekt von 5,9 Millionen Franken «nur» 38 Prozent beisteuern.

Um einiges höher werden die Investitionen in die Schulinfrastruktur ausfallen. Mit dem Bevölkerungswachstum und der Umstellung des Schulsystems auf 6/3 platzt die Schule aus allen Nähten. Behelfsmässig wurden auf dem Schulgelände Container aufgestellt. Einer davon steht bereits seit 1974.

«Aus dem Provisorium ist mittlerweile ein Providurium geworden», sagt Anderegg und lacht. Selbst in einem nahen älteren Einfamilienhaus, das die Gemeinde mit Blick auf den Neubau erworben hat, wurde ein Schulnebenbetrieb eingerichtet. Dort finden heute Randstundenbetreuung und Aufgabenhilfe statt.

Auf dem Land hinter der Turnhalle in Richtung Kirche soll gebaut werden. Aktuell ist der Projektwettbewerb für ein neues Primarschulhaus mit einer Einfachturnhalle ausgeschrieben. Interessierte Planer/Architekten können sich bis zum 16. März bewerben. Noch liegen keine Zahlen auf dem Tisch, doch rechnet der Gemeindeammann beim neuen Schulhaus mit Investitionen in der Grössenordnung von 8,6 Millionen Franken.

In andern Gemeinden in der Region sind die neuen Schulbauten längst erstellt und in Betrieb. Dass man in Holderbank nicht wie andernorts schon früher vorwärtsmachen konnte, hat einen Grund. Das Thema Schule beschäftigt die Gemeinde schon lange, ist hier jedoch mit viel Verdruss verbunden.

Seit drei Jahren liegt die Machbarkeitsstudie in der Schublade. Doch erwuchs dem Neubau aus der Nachbarschaft Widerstand. Die Erbengemeinschaft eines seit bald 40 Jahren leer stehenden Wohnhauses, das weichen muss, stellte sich quer und ging bis vor Bundesgericht. Kürzlich ist sie dort abgeblitzt. «Sie hat nun Gesprächsbereitschaft signalisiert», blickt Anderegg zuversichtlich in die Zukunft. Das Land wird für das neue Schulhaus benötigt.

Etwas weiter ist man beim Ausbau der Kindergartenkapazitäten. Der neue Kindergarten im Schachen beim Sportplatz ist bereits in Betrieb. Der alte wird abgebrochen. An dessen Stelle kommt ein Neubau, der bereits in Planung ist.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1