Andreas Schmid legt als Stadtrat einen Blitzstart hin. Vergangene Woche hat der Einwohnerrat den Antrag auf einen Stellenausbau im Sozialamt um satte 295 Prozente einstimmig gutgeheissen. Damit hat Schmid seine erste grosse politische Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Er hat die Weichen gestellt, um einen erheblichen Brandherd in der städtischen Verwaltung einzudämmen.

Das Geschäft ging bereits in der Vorprüfung bei der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFPK) ohne Gegenstimme durch, wie GPFK-Sprecherin Corin Ballhaus (SVP) im Einwohnerrat erklärte. Und sie wand Schmid ein Kränzchen für das vorgelegte Konzept zu Ausbau und Umstrukturierung der Sozialdienste. «Kompliment. Es wäre schön, wenn wir für alle Anträge, die wir hier behandeln, eine so fundierte Entscheidungsgrundlage hätten», sagte Ballhaus.

Vor neun Monaten hat der damals 29-Jährige als jüngster je gewählter Stadtrat sein Amt in der Lenzburger Exekutive angetreten. Dafür ist er beruflich kürzer getreten, hat für die neue Aufgabe in Lenzburg seine Arbeit als Leiter der Sozialhilfe des Kantons Solothurn reduziert. Er hat sich in die neue Aufgabe reingekniet und sich um die missliche Lage bei den Sozialen Diensten gekümmert. Ohne Beizug externer Fachleute hat Andreas Schmid zusammen mit der Leitung des Sozialamts das Ressort durchleuchtet und innert weniger Monate das jetzt bewilligte Konzept vorgelegt.

Die nun ausgestellte Carte Blanche des Einwohnerrats ist umso bemerkenswerter, weil noch vor Jahresfrist die bürgerliche Seite den Finger auf die Entwicklung des städtischen Finanzhaushaltes gehalten hatte. In einer Motion hatte Schmids Partei, die FDP, unter anderem gefordert, den Stellenplan nicht weiter aufzublähen. Andreas Schmid hat sich nicht beirren lassen, ist seinen Weg zielstrebig weitergegangen. Die Lenzburger Politik hat sein Vorgehen nun gewürdigt und die Situation nicht mehr genutzt, um eigene politische Süppchen zu kochen.

Schon jetzt kann man sagen: In seiner kurzen Amtszeit hat Andreas Schmid mit seinem Schaffen ein eindrucksvolles Zeugnis ablegt: Zielorientiert, überlegt und fundiert hat er die prekäre Situation bei den Sozialen Diensten angepackt. Jetzt geht es an die Umsetzung des Konzepts. Und damit wartet bereits die nächste Herkulesaufgabe auf den jungen Stadtrat. Nichtsdestotrotz: Mit seinem raschen, couragierten Handeln hat sich der mittlerweile 30-jährige Schmid parteiübergreifend Respekt verschafft. Und er hat sich eine komfortable Ausgangslage geschaffen für die Weiterentwicklung seiner politischen Karriere in Lenzburg.