Beinwil am See

Der Jugendchor Seetal singt und schwitzt vor dem grossen Show-Auftritt

Am Samstag findet das Galakonzert des Jugendchors Seetals statt. Nach harzigem Start sind die Jugendlichen bereit für das grosse Spektakel. Und das Programm haben sie mitbestimmt. Dazu gehören Songs von Pink, Rihanna oder Patent Ochsner.

Im Löwensaal hört man lauten Chorgesang. Dort probt der Jugendchor Seetal, bestehend aus über 50 Jugendlichen, für das Galakonzert am Samstag. Wer sich unter dem Chor eine Gruppe vorstellt, die bewegungslos auf der Bühne steht und brav ein Kirchenlied singt, täuscht sich.

Beim Jugendchor Seetal wird auch getanzt, inszeniert und sogar Theater gespielt. «Wir veranstalten nicht ein Konzert, sondern eine Show», bringt es Hauptorganisator Ernst Meier auf den Punkt.

Meier und seine Mitorganisatoren verfolgen gespannt, was auf der Bühne passiert. Die künstlerische Leitung haben sie Fachpersonen überlassen: Zwei Choreografinnen, eine Dirigentin und ein Vocal-Coach bereiten die Jugendlichen auf den Auftritt am Wochenende vor.

Das Konzertprogramm konnten die Jugendlichen mitbestimmen. «Sie durften Vorschläge bringen, die meisten kamen aber zu spät oder waren für einen Chor nicht realisierbar», sagt Meier. Trotzdem finden sich unter den insgesamt 13 Konzertliedern aktuelle Hits von Interpreten wie Rihanna, Pink oder Adèle. Meier war es jedoch wichtig, dass nicht nur englische Songs vorgetragen werden.

«Wir präsentieren einen ausgewogenen Mix aus schweizerdeutschen, deutschen und englischen Songs.» Auch Fans von Xavier Naidoo, Steff la Cheffe oder Patent Ochsner kommen auf ihre Kosten.

Aller Anfang ist schwer

Im Januar erhielten die Jugendlichen die Liederauswahl mit dem Auftrag, sie einzuüben. Das löste keine Begeisterung aus. «Sie fanden die Songs langweilig und konnten sich kaum motivieren, Noten und Text auswendig zu lernen», erzählt Meier.

Entsprechend mühsam gestalteten sich die ersten Lagertage für das «Createam», die künstlerische Leitung: «Am ersten Abend zweifelte ich daran, dass wir das hinkriegen», sagt Choreografin Simone Gysi. Die Jugendlichen seien auf der Bühne unkonzentriert gewesen und hätten viel geplaudert.

Doch nach dem schwierigen Einstieg änderte sich deren Einstellung bald. «Als wir Bewegungen in die Songs einbauten, blühten die Jugendlichen so richtig auf.» Jeder Song wird nicht nur gesungen, sondern auch inszeniert. Bei «Ha ke Ahnig» zuckt der ganze Chor mit den Schultern, bei «Applaus, Applaus» wird im Takt geklatscht oder in «Hit the road, Jack» spielen zwei Solisten die Auseinandersetzung von Jack und einer Frau, die ihn immer wieder dazu auffordert, seine Koffer zu packen.

Grosse Zuversicht vor Auftritt

Auf der Bühne wird geschwitzt, und das gefällt den energiegeladenen Jugendlichen. Einige sind von Musik und Tanz so angefressen, dass sie in den Pausen «We found love» auf ihren Handys abspielen und dazu Ballett tanzen.

Der Anfang sei immer am schwierigsten, weiss Dirigentin Deborah Hauser. Die Songtexte trocken einüben, das sei halt nicht einfach für die Teenager. Das «Createam» ist nach der Hälfte der Probewoche sehr zuversichtlich. «Wir sind auf bestem Weg, die Kiddies sind top motiviert und morgen kommt die Liveband dazu», so Gysi. Das sei ein zusätzlicher Motivationsschub.

Eine 17-Jährige, die beim Konzert auch ein Solo singt, sagt: «Ich bin schon zum vierten Mal in diesem Lager, weil eine Show entsteht. Wir steigern uns und bis zum grossen Auftritt kommen immer mehr Elemente dazu.» Und wie nervös ist sie auf den Soloauftritt? «Ich bin nicht so aufgeregt, vor einem Solo spüre ich immer einen Adrenalinstoss, dann kommt es gut.»

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