Lebensraum Lenzburg
Der Haussegen hängt schief: Die FDP zweifelt an der Wirtschaftlichkeit des Gemeindeverbands

Der Lebensraum Lenzburg Seetal ist in die Kritik geraten. In Lenzburg rumort es.

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Blick vom Eichberg über den «Lebensraum Lenzburg-Seetal». (Archivbild)

Blick vom Eichberg über den «Lebensraum Lenzburg-Seetal». (Archivbild)

Fritz Thut

Der Haussegen zwischen den Lenzburger Politgremien (Stadtrat, Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission und Einwohnerrat) hängt schief. Nachdem sich der Ton in den vergangenen Sitzungen des Einwohnerrats zunehmend verschärft hat, hat sich die Situation in der Debatte um den zurückgewiesenen Projektkredit für die neue Verwaltungszentrale vorgestern Donnerstag weiter zugespitzt (AZ 25.9.).

Das scheint nicht genug der Kritik zu sein. Die FDP hat am Donnerstag eine Anfrage an den Stadtrat gerichtet, deren Inhalt einiges an Brisanz birgt. Im Fokus des von Fraktionspräsident Christoph Nyfeler unterzeichneten Papiers steht der Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS). Dieser wird vom Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann präsidiert.

Vor sieben Jahren gegründet, sind dem LLS heute 26 Trägergemeinden angeschlossen mit dem Ziel, in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Regio-Marketing in der Region schlagkräftiger zu werden. Bezogen auf die Standort- und Wirtschaftsförderung ist in der FDP-Anfrage die Rede von «viel Goodwill, der in den vergangenen Jahren auch aufgrund von Personalwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung verspielt worden ist». Und weiter heisst es, «Projekte wie Crossiety, die Genussregion oder der fehlende Support der Wirtschaft, die medien- und informationstechnische Abstinenz während der letzten sechs Monate werfen die Frage auf, wie der LLS seine Tätigkeit wirksamer gestalten kann».

In einem Jahr konkrete und messbare Erfolge vorweisen

Nun will die FDP vom Stadtrat wissen, ob der Lebensraum Lenzburg Seetal die vorhandenen Ressourcen effizient einsetze und in welcher Form die eingesetzten Steuergelder (fünf Franken pro Jahr/Einwohner je Mitgliedsgemeinde) der lokalen Wirtschaft zugutekommen. Weiter wird gefragt, wie Aufgabenstellungen und Resultate gemessen und in schriftlicher Form kritisch analysiert werden. Die FDP interessiert, «welche konkreten Forderungen der Stadtrat Lenzburg gegenüber dem LLS in den nächsten zwölf Monaten hat und welche Networking Events, die bereits konkreten Projekte ausgenommen, der LLS zur Unterstützung der Wirtschaft und zur Standortförderung im gleichen Zeitraum umsetzt». Die FDP hält fest, «eine starke Wirtschafts- und Standortförderung ist eminent wichtig, um die Zukunft der Region aktiv zu gestalten» und will in nächsten zwölf Monaten «konkrete, messbare Erfolge sehen». (str)