Boniswil

Der Hallwilersee war im Corona-Sommer beliebt – Einheimische fühlten sich «überfallen»

So ruhig lag der Hallwilersee diesen Sommer selten da. (Archivbild)

So ruhig lag der Hallwilersee diesen Sommer selten da. (Archivbild)

Zwar brachte der Ansturm im Sommer gefüllte Kassen, aber auch mehr Abfall. Boniswils Gemeindeammann Gérald Strub plädiert für Geduld und Freundlichkeit gegenüber den Besuchern.

Im Sommer 2020 stand der Hallwilersee als Ausflugsziel hoch im Kurs. Das bemerkten auch die Gemeindeammänner. So schreibt der Boniswiler Gérald Strub im «Dorfheftli»: «Klar ist, dass es nicht nur den Einwohnerinnen und Einwohnern von Boniswil am Hallwilersee warm wurde während der Sommertage, sondern auch allen anderen Mitmenschen in der näheren oder weiteren Umgebung.» Es sei legitim, wenn man sich von den vielen Menschen «überfallen» gefühlt habe, schreibt Strub. Der Sommer dauere aber nicht mehr lange und dann sei der Spuk vorbei. «Es gibt genügend Möglichkeiten, diesen temporären Menschenmassen aus dem Weg zu gehen», so der Boniswiler Gemeindeammann. Noch besser sei es, die Erholungssuchenden in einen Schwatz zu verwickeln und sie die freundliche Art der Boniswiler erleben zu lassen.

Zufahrten zum See wurden grossräumig gesperrt

Peter Lenzin, Gemeindeammann von Beinwil am See, sieht die Vor- und Nachteile. So habe der Mehrverkehr einen nicht mehr erwarteten Betrag in die Gemeindekasse gespült. «Trotz verkürzter Saison werden sowohl der Parkplatz wie auch das Strandbad das Budget in etwa erreichen», schreibt er. Die erhöhte Mobilität habe aber auch negative Auswirkungen: «Fahrverbote wurden missachtet, ganze Strassen und Plätze wurden zuparkiert», so Lenzin.

Damit die Situation nicht völlig aus dem Ufer liefe, habe man die Zufahrten zum See zeitweise grossräumig abgesperrt. «Basierend auf den aktuellen Erfahrungen, werden wir für den nächsten Sommer wieder entsprechende Vorkehrungen treffen.» Ein zusätzliches Ärgernis sei der Abfall gewesen: Das Bauamt habe Rekordmengen entsorgen müssen, «Aufräumen scheint ‹uncool›» zu sein, schreibt Peter Lenzin. (asu)

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