Seengen
Der «Goldene Fussweg» muss warten

Der Weg für Schüler und Senioren zwischen Hubpünt- und der Schulstrasse durch Beschwerde blockiert.

Fritz Thut
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Vizeammann Dieter Gugelmann neben dem verlegten Fussgängerstreifen bei der «Alesa», wo der geplante Fussweg die Schulstrasse überquert.

Vizeammann Dieter Gugelmann neben dem verlegten Fussgängerstreifen bei der «Alesa», wo der geplante Fussweg die Schulstrasse überquert.

Archiv/tf

Es ist ein lange dauerndes Anliegen des Gemeinderates, zwischen der Hubpünt- und der Schulstrasse eine öffentlich zugängliche Fussgängerverbindung zu installieren. Die politischen Hürden sind inzwischen genommen, doch eine einzelne Beschwerde beim Regierungsrat verzögert die Realisierung.
Mit dem Fussweg soll zwischen den beiden stark befahrenen Post- und Unterdorfstrasse ein dritter sicherer Weg für Schüler und dereinst auch für Senioren des Zentrums Hubpünt aus dem Süden Richtung Schulcampus eingerichtet werden. Dieser letzte fehlende Abschnitt der Fussweg-Transversale vom Ausserdorf ins Zentrum ist lediglich 190 Meter lang.
«Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit der Realisierung dieses Teilstücks eine attraktive und sichere Fusswegverbindung quer durchs Dorf fertiggestellt werden kann.» Mit diesem Satz warb Vizeammann Dieter Gugelmann an der letzten Sommer-Gemeindeversammlung für das Projekt.

Nur zwei Gegenstimmen

Konkret ging es um einen Bruttokredit von 345 000 Franken. «Der Weg kostet viel Geld», räumte Gugelmann im Juni 2015 ein, stellte vor dem Souverän jedoch vehement in Abrede, hier handle es sich um eine Luxuslösung: «Vergoldet wird der Weg aber nicht. Wir realisieren nur das, was auch notwendig ist», korrigierte er die Feststellung in der az-Vorschau vom «goldenen Fussweg», bei dem ein Laufmeter auf 1800 Franken zu stehen komme.
Nach einer intensiven Diskussion, in der der geplante Gehweg auch als «Zwängerei» bezeichnet wurde, setzte sich schlussendlich der gemeinderätliche Antrag «mit grossem Mehr bei 2 Gegenstimmen» durch, wie das Protokoll festhält.

Längere Verzögerung möglich

In der Folge wurde das Detailprojekt ausgearbeitet und als Baugesuch aufgelegt. Verschiedene Einwendungen wurden eingereicht, wobei die meisten erledigt werden konnten. In seiner Sitzung vom 18. Januar des laufenden Jahres entschied der Gemeinderat quasi in eigener Sache und bewilligte der Einwohnergemeinde Seengen das entsprechende Gesuch für den Gehweg. Gegen diese Baubewilligung reichte ein Einwohner beim Regierungsrat eine Beschwerde ein, wie der Gemeinderat in seinen jüngsten Mitteilungen schreibt. Die Eingabe in «Aarau» richtet sich nicht gegen einen speziellen Aspekt des Vorhabens, sondern gegen das Projekt als Ganzes.

Mit der Beschwerde wird der Baubeginn hinausgeschoben. Der Gemeinderat rechnet mit einer längeren Verzögerung, schreibt er doch: «Es ist davon auszugehen, dass das Verfahren einige Zeit in Anspruch nehmen wird.»
«Wahrscheinlich hat diese Person einfach nichts anderes zu tun, als andere Leute zu ärgern», wundert sich ein Bürger aus einer Nachbargemeinde über den Beschwerdeführer.

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