Leutwiler Power vom Feinsten: Sechs Alphörner und die Musikgesellschaft Leutwil spielen auf, als Christian Baumann triumphal auf dem Schulhausplatz Einzug hält. Um die 120 Dörfler jubeln, Gemeinde- und Vereinsfahnen werden geschwenkt. Es zeigt sich klar: Man ist riesig stolz auf «euse Chregi».

Organisiert wurde der Empfang vom Turnverein Leutwil. Präsident Bruno Gloor sagt: «Christian ist der erste Leutwiler, der an Olympischen Spielen teilgenommen hat.» Starallüren sind dem 21-Jährigen aber fremd. «Er nimmt immer an unserem Turnerabend teil und zeigt eine Übung», strahlt Gloor.

Als er im Alter von fünf Jahren schon überall herumkletterte, schickten ihn die Eltern in den Turnverein. Obwohl es Christian am Anfang nicht immer Spass machte, blieb er dran. Mit Erfolg: Nach Jahren im kantonalen Leistungszentrum Niederlenz schaffte er 2014 den Sprung ins Nationalkader.

Zwei Jahre später hat Christian ein beachtliches Palmarès vorzuweisen: EM-Silber am Barren 2015, EM-Bronze am Pauschenpferd und im Team-Mehrkampf 2016 sowie die Teilnahme in Rio.

«Das olympische Dorf war wunderschön gemacht», erzählt Christian. «Und die Stimmung in der Halle – einfach unbeschreiblich. Es war die mit Abstand grösste Halle, in der ich je geturnt habe.» Auf die Frage nach einem Ritual bei den Wettkämpfen meint er lächelnd: «Ich trage immer dasselbe Sockenmodell. Das hat sich über die Jahre so eingespielt.»

Christians Lieblingsgerät ist der Barren. «Da kann man sich zwischendurch im Handstand ausruhen und voll auf das nächste Element konzentrieren.» Im Handstand ausruhen? Diese Aussage zeigt: Kunstturnen ist kein Zuckerschlecken. Durchschnittlich 24 Stunden Training pro Woche und enorme körperliche Belastungen gehören dazu.

Doch an diesem Abend wird gefeiert. Nach den Ansprachen von Bruno Gloor und Vizeammann Ruedi Hirt lässt man sich den reichhaltigen Apéro schmecken. Und träumt bereits von den nächsten Erfolgen.