Von Superlativen mochte Markus Blättler bei der Präsentation des Jahresabschlusses des Energieversorgers SWL Energie AG nicht sprechen. Obwohl das Unternehmen 2017 an die Vorjahre anknüpfen und in sämtlichen Sparten zulegen konnte, bezeichnete Blättler das Ergebnis nur als solid. Bei einem Umsatz von 53,9 Millionen Franken (+ 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) wurden 4,3 Millionen Franken Gewinn
(+ 1,9 Prozent) erzielt.

Zwar legte die SWL Energie AG selbst im hart umkämpften Wärme- und Gasgeschäft zu. Doch lasse sich mit dem Kerngeschäft nur noch wenig Geld verdienen, erklärte Markus Blättler. Durch die SWL-Netze flossen im abgelaufenen Jahr 104,9 GWh Strom (+ 1,8 Prozent), 268,3 GWh Erdgas/Biogas (+ 2 Prozent) sowie 16,3 GWh Fernwärme (+ 6,5 Prozent). Der gestiegene Absatz sei vor allem auf die neuen städtischen Quartiere «Im Lenz» und «Widmi» sowie die Akquisition von Neukunden zurückzuführen.

«Wir geben Gas», sagte Blättler. Dies, obgleich sich das Umfeld für kleine Anbieter schwierig gestalte. Der SWL-Geschäftsführer betonte, dass sich anderseits der Dienstleistungsbereich des Unternehmens zunehmend zu einem tragenden Ertragsfaktor entwickle. Dazu gehören das Elektroinstallationsgeschäft und die Telekommunikation mit einem eigenen Telematikteam.

Zudem setzt man der bei der SWL vermehrt auf Kooperationen mit anderen Unternehmen. «Gemeinsam die Kräfte bündeln, das ist der Schlüssel für die Zukunft», ist Markus Blättler überzeugt. Zu den heutigen Partnern gehören Geoproregio für vernetzte regionale Geodienste und die InfraRegio AG, welche dem Unternehmen zusätzliche Leitungsbau-, Betriebs- und Instandhaltungsaufträge einspielt.

Die vor Jahresfrist vom Schweizer Stimmvolk deutlich angenommene Energiestrategie des Bundes verlangt, dass künftig viel mehr Energie dezentral hergestellt wird. Die SWL Energie AG erhöht ihre Eigenproduktion durch indirekte Beteiligungen an Windparks in Deutschland und Italien sowie an über 30 Wasserkraftwerken in Italien. Mit der neuen Biogas-Aufbereitungsanlage in der ARA Langmatt will man zudem einen gewichtigen Anteil des im Netzgebiet benötigten Biogases in Zukunft selbst produzieren.

Dividende an die Stadt

Vom erwirtschafteten Gewinn von 4,3 Millionen Franken gehen 1,6 Millionen Franken als Dividendenzahlung an die Stadt Lenzburg. Mit diesem Betrag entspreche man dem Wunsch der Alleinaktionärin, hielt Geschäftsführer Markus Blättler fest. Zur Höhe der Dividende präzisierte SWL-Verwaltungsratspräsident und Stadtrat Martin Steinmann: «Bei der Festlegung der Dividendenzahlung sind jeweils planbare Lösungen sowohl für die Stadt als auch für die SWL zu finden.» Die Stadt als Alleinaktionärin stelle sich ausserdem vor, dass die SWL Energie AG ihre Neu- und Ausbauabsichten selber finanziere (separate Box unten). Als zusätzlichen Ertrag schüttet der Energieversorger jährlich rund 200'000 Franken in Form von Sponsoringbeiträgen an kulturelle Aktivitäten in Lenzburg aus.

Wechsel im Verwaltungsrat

An der gestern stattgefundenen Generalversammlung kam es zu einem Wechsel im 5-köpfigen Verwaltungsrat. Michael Sarbach, als Vertreter der Industrie im Gremium, wurde kürzlich als Geschäftsführer der Regionalwerke Baden gewählt. An seiner Stelle nahm Stephan Frey, Verwaltungsratspräsident und CEO der Scherler AG, Ingenieurbüro für Elektroplanung und Gebäudeautomation in Luzern Einsitz. Der 43-jährige Stephan Frey vertritt die kommende Technologiegeneration im SWL-Verwaltungsrat.