Leutwil
Der Dorfplatz wird ein halbes Jahr früher gebaut als geplant

Der Spatenstich für die Neugestaltung des Dorfplatzes lockte viel Volk an. Gemeindeammann Walter Scheurer widmete den Planern ein Kränzchen: «Die Gemeinde Leutwil wurde vom Kanton Aargau Ernst genommen; man hörte dort auf uns.»

Fritz Thut
Drucken
Teilen
Die Verantwortlichen nach dem symbolischen Spatenstich für den neu gestalteten Dorfplatz in Leutwil.

Die Verantwortlichen nach dem symbolischen Spatenstich für den neu gestalteten Dorfplatz in Leutwil.

Mario Heller

Dieses Bauwerk wird das Bild von «Lüpu» in den nächsten Jahrzehnten prägen: Wohl auch wegen dieser Bedeutung war das halbe Dorf auf den Beinen, als vor der Rechnungsgemeindeversammlung der symbolische Spatenstich für die Neugestaltung des Dorfplatzes vorgenommen wurde.
Seit einigen Monaten ist die Linde gefällt, die auf der Verkehrsinsel bei der zentralen Abzweigung zwischen Schule, Kirche und ehemaliger «Linde» einen markanten Akzent im Dorfbild von Leutwil gesetzt hat. Im nächsten Jahr wird hier ummöbliert. Unter der Regie der Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt werden nicht nur Kantonsstrassenabschnitte saniert, sondern auch der Dorfplatz völlig gestaltet.
Gesamtprojektleiter Philipp Schnyder sprach gar von einem «historischen Spatenstich». Vor sechs Jahren habe man angefangen, über eine neue Lösung nachzudenken. Auslöser, so erinnerte er die zahlreichen Zuhörer, sei die komplizierte Zufahrt zur Bushaltestelle gewesen: «Die Busfahrer müssen sogar rückwärts fahren.» Ein separates Sicherheitskonzept stellte Mängel fest. Inzwischen musste deshalb ein Teil der Treppe Richtung Schulhausplatz vorsorglich gesperrt werden.

«Wir wurden Ernst genommen»

Nach verschiedenen Anläufen konnte ein Sanierungsprojekt ausgearbeitet werden, das alle Bedürfnisse unter einen Hut bringt. Gemeindeammann Walter Scheurer erinnerte in seiner Ansprache an die lange Planungsphase, freute sich aber über das Endergebnis: «Hier entsteht etwas Gutes, ja gar Aussergewöhnliches», blickte er voraus. Er wand den involvierten Planern ein Kränzchen: «Die Gemeinde Leutwil wurde vom Kanton Aargau Ernst genommen; man hörte dort auf uns.»
Dass das Projekt den Wünschen der Leutwiler entspricht, zeigt auch die Tatsache, dass während der öffentliche Auflage des Baugesuchs im letzten Jahr keine einzige Einwendung eingereicht wurde. «So können wir ein halbes Jahr früher mit der Realisierung beginnen», so Projektleiter Schnyder.
Nach dem Spatenstich auf dem Schulhaus beginnt die erste Bauetappe nächste Woche am Fusse der Kirchenstützmauer. Eine Informationstafel beim Schulhaus gibt Auskunft über den Zeitplan.

Gemeindeversammlung: Ja zu Nachtragskredit für Gestaltungsplan

Manchmal muss man in einen sauren Apfel beissen, um satt zu werden: Nach einer längeren Diskussion mit etlichen kritischen Voten stimmten die Leutwiler Stimmbürger mit 47 Ja und 32 Nein einem Zusatzkredit von 90 000 Franken für den Gestaltungsplan im Gebiet Chilchmatt zu. Das eingezonte Areal soll in absehbarer Zeit überbaut werden und so zur Entwicklung des Dorfes und damit indirekt auch zum Erhalt der Schule beitragen. Die Chilchmatt ist keine Top-Wohnlage mit Seesicht, aber hier kann dereinst erschwinglicher Wohnraum angeboten werden. Der Gemeinderat räumte Fehler beim politischen Verfahren ein, doch der Souverän stimmte dem Antrag, wie auch allen andern Geschäften zu. 98 der 586 Stimmberechtigten waren an der Versammlung anwesend; bei der Chilchmatt-Abstimmung waren etliche im Ausstand. (tf)

Aktuelle Nachrichten