Rupperswil
Der Dorfcharakter Rupperswils soll dem Wachstum nicht zum Opfer fallen

Der Bauboom macht es möglich: Rupperswil ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Nun soll die Bevölkerung in einer Umfrage Ideen dazu liefern, wie sich die Gemeinde langfristig entwickeln soll.

Ruth Steiner
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Geht es nach Gemeindeammann Ruedi Hediger, so bleibt die ländliche Idylle, wie hier beim Dorfmuseum, bewahrt.

Geht es nach Gemeindeammann Ruedi Hediger, so bleibt die ländliche Idylle, wie hier beim Dorfmuseum, bewahrt.

Chris Iseli

Das Dorf zählte rund 4000 Personen, als Ruedi Hediger vor gut acht Jahren Gemeindeammann wurde. In der Zwischenzeit ist die Bewohnerzahl stark angestiegen. Im Frühling wurde für die fünftausendste Einwohnerin eine kleine Feier ausgerichtet.

Dieses Wachstum ist nichts anderes als ein Spiegel des Baubooms der vergangenen Jahre in der Gemeinde. Neue Überbauungen, ja ganze Quartiere, wie Hobrüti, Langacker, Steinacker und Schweizi sind in dieser Zeit aus dem Boden geschossen.

Noch ist ein Ende dieser Entwicklung nicht absehbar. «Wir bereiten uns auf einen Anstieg auf 6500 Bewohner vor», sagt Ruedi Hediger. Damit spricht er vor allem die Infrastruktur an, welche für die erwartete Bevölkerungszunahme angepasst werden muss. Hediger rechnet damit, dass diese Zahl bis etwa in 15 Jahren erreicht werden wird. Dem Gemeindeammann ist es ein Anliegen, «dass sich Rupperswil trotz anhaltenden Wachstums seinen ländlichen Charakter in irgendeiner Form bewahren kann».

Entwicklung von Rupperswil In diesen Gebieten wird die Gemeinde Rupperswil zusätzlichen Wohnraum für den Bevölkerungswachstum im Ort bereitstellen.

Entwicklung von Rupperswil In diesen Gebieten wird die Gemeinde Rupperswil zusätzlichen Wohnraum für den Bevölkerungswachstum im Ort bereitstellen.

Barbara Adank

Fragebogen zur Zukunft

Wie das Zentrum geschützt und die dörflichen Merkmale erhalten werden können, darüber will der Gemeinderat die Bevölkerung befragen. Sie soll sie sich auch Gedanken darüber machen, wie viel Wachstum Rupperswil in den nächsten drei Jahrzehnten verträgt.

Mit einem umfassenden Fragebogen zum Thema «Rupperswil 2040» wollen die Behörden Anfang 2015 die Dorfgemeinschaft zur Mitgestaltung der Zukunft der Gemeinde einladen. Die Ergebnisse, so Hediger, werden zudem in die Neugestaltung der Bau- und Nutzungsordnung sowie des Zonenplans einfliessen.

Hediger ist klar, dass für das künftige Bevölkerungswachstum zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden muss. Erste Vorkehrungen dazu wurden getroffen, verschiedene Projekte sind bereits in Planung oder in Vorbereitung.

Weiter bebaut werden vor allem die Gebiete Martiloo, Horlache und Breechli. Im Martiloo (1) und in der Horlache (2) entstehen Mehrfamilienhäuser mit je rund 50 Wohneinheiten, am Bachrain (3) 20. Im Breechli (4) wurde zudem kürzlich die eine Landumlegung vorgenommen. Über die Erschliessungsanlagen soll an der kommenden Gemeindeversammlung abgestimmt werden.

Steuern werden steigen

Im Hinblick auf diese Bevölkerungsentwicklung muss die Schulinfrastruktur angepasst werden. Hinzu kommt die Umstellung auf das System 6/3, welches ebenfalls zusätzlichen Schulraum notwendig macht. Rupperswil habe jedoch keinen unmittelbaren Raumnotstand, da man mit Blick auf das neue Schulsystem behelfsmässig Container angeschafft habe.

«Wir haben für das neue Jahr genug Schulzimmer zur Verfügung», sagt Hediger. Für die kommenden Jahre nimmt der Bedarf an Schulraum jedoch zu. Um diesen zu decken, wird das Seetalschulhaus umgebaut und saniert. An diesem Standort soll künftig die Oberstufe konzentriert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 3,6 Millionen Franken.

Hinzu kommen rund 17 Millionen Franken, welche in den Bau eines neuen Primarschulhauses fliessen. Der Projektwettbewerb ist derzeit im Gange. Im Oktober will der Gemeinderat die Bevölkerung über den Ausgang informieren.

Insgesamt steht Rupperswil also vor Investitionen in Schulbauten in der Höhe von rund 20 Millionen Franken. Sind diese Auslagen mit dem derzeitigen Steuersatz von 95 Prozent überhaupt verkraftbar? Ruedi Hediger schüttelt den Kopf. «Es muss allen klar sein, dass wir die Steuern erhöhen müssen. Dies dürfte etwa in zwei Jahren spruchreif werden.»

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