Lenzburg

Der doppelte Befreiungsschlag: Stadtrat will zwei Schulprojekte für 10 Millionen realisieren

Die erste Etappe des Schulhauses Mühlematt soll einen abgewinkelten, dreigeschossigen Anbau erhalten.

Die erste Etappe des Schulhauses Mühlematt soll einen abgewinkelten, dreigeschossigen Anbau erhalten.

Die Bevölkerung ist in Lenzburg stark angewachsen. Dazu plant der Stadtrat zwei Schulprojekte im Gesamtumfang von 10 Millionen Franken.

An der letzten Sitzung vor der Corona-Pause hat der Einwohnerrat Lenzburg dem Stadtrat zumindest einen Denkzettel erteilt: Er wies mit 18 zu 17 Stimmen die «Bleiche»-Sanierung zurück. Vier der fünf Stadträte waren auf der Verliererseite. Das Gremium hat die Lehren aus der Niederlage gezogen und setzt jetzt zum ganz grossen Wurf in der räumlichen Entwicklung der Schule an. Wenn nichts dazwischen kommt, werden die Lenzburger Stimmbürger im März 2021 über zwei Schulkredite im Gesamtumfang von etwa 10 Millionen Franken abstimmen können. Als erstes muss jetzt der Einwohnerrat am 18. Juni zwei Planungskredite für die Sanierung «Bleiche» und die Erweiterung Schulhaus «Mühlematt» genehmigen. Es geht um 248'500 respektive 380'000 Franken. In der «Bleiche»-Vorlage ist die Sanierung des Wasserrades inbegriffen.

Mittelfristig mit 1000 über 250 Schüler mehr

Die Bevölkerung der Stadt Lenzburg ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Und sie wird weiter zunehmen – wenn auch nicht mehr in diesem Tempo. «Die von der Abteilung Planung und Hochbau erstellte Prognose ergibt für das Jahr 2030 eine Einwohnerzahl von 12'264 Personen», schreibt der Stadtrat im jetzt publizierten Bericht «Schulraumplanung Lenzburg». Ende 2019 hatte Lenzburg 10'828 Einwohner.

Mit dem Wachstum kamen und kommen die Kinder. Bis 2035 wird die Zahl der Schüler von aktuell 725 auf rund 1000 ansteigen. Am grössten ist der Problemdruck in der (Primar-)Schulanlage Angelrain (Anstieg von 600 auf 840). Schon im Sommer 2021 fehlt dort ein Zimmer für eine zusätzliche Kindergartenabteilung. Der Platz soll mit dem Auszug der Tagesstrukturen (inklusive Mittagstisch) geschaffen werden. Weil die «Bleiche» im Sommer 2021 noch nicht bereit sein wird, soll für ein Jahr ein Tagesstruktur-Provisorium eingerichtet werden. Als «Lösung im absoluten Notfall» ist laut stadträtlichen Papier die vorübergehende Einquartierung des Kindergartens im multifunktionalen Zimmer des Schulhauses Bleicherain (ist Teil der Schulanlage Angelrain) denkbar.

Wird die «Bleiche» jetzt teurer als 4,6 Mio. Franken?

Handlungsbedarf besteht auch im Oberstufenzentrum «Lenzhard». Aber dort ist der Problemdruck etwas weniger gross. Unter anderem weil die Fächer «Textiles und Technisches Gestalten» in die «Bleiche ausgelagert werden sollen und weil die Rupperswiler Bezirksschüler neu ganz nach Möriken-Wildegg geschickt werden sollen. Die Bezirksschulklassen könnten so pro Jahrgang vier- statt fünffach geführt werden.

Was die «Bleiche» betrifft, hält der Stadtrat am bisherigen Ziel fest: Einbau des «Textilen Gestaltens» und der Tagesstrukturen bei gleichzeitiger Sanierung des Gebäudes inklusive des historischen Mühlerades. Neu wird einfach der sonst übliche Schritt der detaillierten Vor- respektive Bauprojektierung eingeschaltet. Also das gemacht, was der Einwohnerrat am 12. März hauchdünn gefordert hatte. Damals hatte der Stadtrat direkt einen Baukredit von 4,6 Millionen Franken beantragt. Dieser Betrag könnte sich nach der nun zu erfolgenden detaillierten Projektierung noch ändern.

10 neue Unterrichts- und fünf neue Gruppenzimmer

Ebenfalls um das Geld für die Planung (Vor- und Bauprojekt) geht es bei der Erweiterung des Schulhauses «Mühlematt». Das Primarschulhaus mit integrierten Kindergärten ist 2013 in Betrieb genommen worden. Schon damals war eine zweite Etappe

angedacht. Deren Kosten werden aktuell auf 5,3 Millionen Franken geschätzt. Laut dem Antrag an den Einwohnerrat können maximal 10 Unterrichtszimmer und 5 Gruppenräume erstellt werden.

Stimmt der Einwohnerrat im Juni zu, soll er bereits am 3. Dezember über die Baukredite befinden können. Von einer Etappierung ist in den stadträtlichen Vorlagen nicht die Rede.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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