Bünztal
Der Belag wird örtlich verbessert, die Sanierung muss noch warten

Kanton und Gemeinden treffen weitere Abklärungen, wie der Verkehr am Kreisel Langelen in Dintikon flüssiger werden soll. Geprüft wird auch, ob das Industriegebiet Hendschikerfeld neu direkt von der Bünztalachse her erschlossen werden soll.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Die Frequenzen am Kreisel Langelen nehmen ständig zu, die Rückstaus in den Hauptverkehrszeiten auch. AZ-Archiv/Toni Widmer

Die Frequenzen am Kreisel Langelen nehmen ständig zu, die Rückstaus in den Hauptverkehrszeiten auch. AZ-Archiv/Toni Widmer

Toni Widmer

In absehbarer Zeit werden am Kreisel Langelen in Dintikon ein paar Baumaschinen auffahren. Allerdings wird der Verkehrsknoten nicht ausgebaut, wie vor einem Jahr geplant. Das Projekt, welches im Juni 2012 öffentlich aufgelegt worden ist, bleibt vorderhand sistiert.

Was jetzt ansteht, ist laut Kurt Grauwiler, Leiter Sektion Verkehrstechnik im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), ein Minimum an Sanierung.

Was bisher geschah

Am Kreisel Langelen werden seit Jahren immer wieder Massnahmen geprüft, mit denen sich der Verkehrsfluss verbessern lässt. Das, weil sich der Verkehr auf der stark befahrenen Bünztalachse zu den Hauptverkehrszeiten immer wieder staut.
Definitiv nichts gebracht hat der Versuchsbetrieb mit einer Ampel auf der Bahnhofstrasse, der Kreiselzufahrt aus Richtung Dottikon. Die Staus auf der Bünztalstrasse konnten damit zwar deutlich verringert und teilweise sogar vermieden werden. Dafür bildeten sich aus Richtung Dottikon lange Kolonnen. Zu lange, das Projekt Lichtsignalanlage wurde inzwischen fallen gelassen. (to)

«Der Belag im Kreisel – und zum Teil auch auf den Fahrbahnen im Einzugsbereich – ist in einem schlechten Zustand. Das müssen und wollen wir mit örtlichen Belagsraparaturen verbessern, bevor die Schäden in der Fahrbahn noch grösser werden.»

Geplant war damals ein Um- und Ausbau des Knotens, den täglich rund 22 000 Fahrzeuge passieren.

Um die Leistungsfähigkeit zu steigern und damit den vor allem in den Hauptverkehrszeiten oftmals stockenden Verkehrsfluss zu verbessern, sollten der Innenkreisel verkleinert, die Fahrbahnen verbreitert sowie die bestehenden Trenninseln verbreitert und verlängert werden.

Dagegen opponierten die Gemeinden Dintikon, Dottikon und Villmergen. Sie forderten unisono weitere Abklärungen. Zum einen dazu, ob sich mit einer Sperrung des Schleichwegs Unterzelgstrasse/Langelenstrasse (K377, Ortsverbindung Villmergen-Dintikon, parallel zur Bünztalachse) der Verkehrsfluss auf dem Kreisel verbessern lasse.

Zum anderen verlangten die Gemeinden vom BVU auch die Prüfung einer zusätzlichen Erschliessung des Industriegebietes Hendschikerfeld. Damit, so spekulieren sie, könnte allenfalls der Druck auf den Kreisel vermindert und der Verkehr flüssiger werden.

Das BVU hat die verlangten Abklärungen in Angriff genommen. Resultate sind kaum in Bälde zu erwarten. «Es gilt», sagt Kurt Grauwiler, «die Situation auf der ganzen Bünztalachse, vom Knoten Neuhof in Lenzburg bis zum Knoten Bullenberg in Wohlen, anzuschauen. Das insbesondere im Hinblick auf die vom Stimmvolk beschlossene Sanierung des Autobahnzubringers in Lenzburg.

Bereits durchgeführt worden sind im Raum Dintikon zwei Monitorings. Die Gemeinde erhob dabei die Frequenzen vom und zum Industriegebiet, der Kanton jene am Kreisel.

Dabei kam dem BVU eine Baustelle zupass: In Villmergen wurde die Unterzelgstrasse wegen der Sanierung von Werkleitungen für zwei Wochen gesperrt. So konnte der Kanton untersuchen, ob sich der Druck auf den Kreisel wirklich verringert, wenn dieser Schleichweg unterbunden wird.

Noch sind nicht alle Zahlen ausgewertet. Ein Fazit kann der Verkehrsplaner allerdings bereits ziehen: «Die Situation am Kreisel hat sich mit der Sperrung der Unterzelg-/Langelenstrasse nicht entspannt», erklärt er.

Der Verkehr habe sich fast gänzlich auf die Bünztalachse verlagert und dadurch seien die Staus vor den Kreiseln Badi (Villmergen) und Langelen (Dintikon) vor allem in der Morgenspitze merklich angewachsen.

Deutlich abgenommen habe der Verkehr während der Sperrung der K377 hingegen auf der Achse Dintikon-Ammerswil, sagt Grauwiler. Wohin er sich verlagert habe, lasse sich aus den Resultaten der durchgeführten Monitorings nicht mit Bestimmtheit herauslesen.

Das BVU werde die Ergebnisse der jüngsten Verkehrserhebungen mit den Gemeinden analysieren und das weitere Vorgehen besprechen. Bis zu einer definitiven Lösung der Probleme am Kreisel Langelen dürfte es noch etwas dauern.