Möriken-Wildegg
Der «Bären»-Kreisel wird mit «Kreiselmusik» eingeweiht

Am Wochenende wurde der bärenstarke «Bären»-Kreisel in Möriken-Wildegg festlich eingeweiht. Und dies war wahrlich eine heisse Angelegenheit.

Barbara Vogt
Merken
Drucken
Teilen
Der Bärenkreisel von Möriken-Wildegg
10 Bilder
Die Besucher erschienen zahlreich zur Einweihung
Bärenkreisel in Möriken-Wildegg wird eingeweiht
Regierungsrat Peter Beyeler bei seiner Ansprache
Gemeinderätin Esther Gebhard
Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart
Peter Beyeler (dritter von links) und Projektverantwortliche durchschneiden das Band. Ganz rechts: Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart.
Peter Beyeler eröffnet den Kreisel mit der Band-Durchschneidung
Schweiz, Möriken-Wildegg, Aargau
Die Musikgesellschaft Möriken-Wildegg dürfte die erste Musik im Aargau sein, die auf einem Kreisel spielt

Der Bärenkreisel von Möriken-Wildegg

Silvan Hartmann

Seit Samstag hat Möriken-Wildegg eine Kreiselmusik. Regierungsrat und Baudirektor Peter C. Beyeler bezeichnete die einheimische Musikgesellschaft kurzerhand so, weil sie am Einweihungsfest auf dem neuen «Bären»-Kreisel konzertierte. «Deshalb ist der Kreiselschmuck auch so flach ausgefallen», witzelte er.

Viele Einwohner liessen sich das bedeutende Einweihungsfest nicht entgehen – trotz brütender Hitze. Sie suchten Schatten unter den Sonnenschirmen und erinnerten sich an die eineinhalbjährige Bauzeit (Kontext). Sie war für viele beschwerlich: Wegen des Lärms und des dichten Verkehrs kamen die Anwohner an ihre Schmerzensgrenze. Eine Betroffene erzählte am Samstag, wie oft sie ihre Balkontüre schliessen musste, weil die Autokolonnen so lang gewesen waren und sie den Abgasgestank nicht mehr aushielt.

Und das «Anneli» Isler an der Hellgasse habe, so erinnerte sich Gemeinderätin Esther Gebhard in ihrer Begrüssung, zu Beginn beinahe der Schlag getroffen, als sie hörte, dass ihre historische Bruchsteinmauer ersetzt werde. «Dank der Gesprächsbereitschaft und Offenheit der Bevölkerung konnten wir dieses Strassenprojekt realisieren», sagte die Gemeinderätin.

«Mobilität macht auch Angst»

An diesem hochsommerlichen Festtag waren jedoch alle Beschwerlichkeiten vergessen und die Gäste prächtigster Laune. Der Regierungsrat sprach von einem bärenstarken «Bären»-Kreisel, der sich – wie die gesamte Strassensanierung – harmonisch ins Bild der Schlossdomäne integriere. Früher seien Ritter auf ihren Pferden über diese Strasse geritten und Kutschen darüber hinweggerollt. Heute passieren täglich 18000 Fahrzeuge diesen Ort. «Was sich die damaligen Schlossherren dabei gedacht hätten?» Die heutige Mobilität mache auch Angst, fand Peter Beyeler. «Irgendwann stossen wir damit an unsere Grenzen. Mit den vorhandenen Ressourcen müssen wir sorgsam umgehen und an lösungsorientierten Strassenprojekten arbeiten.»

Während Beyeler das obligate Band durchschnitt und den Kreisel so offiziell freigab, wurde der Verkehr im Einbahnverkehr geregelt. Dies war wohl das letzte Mal, dass die Autofahrer vor dem Kreisel warten mussten.

Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart verriet das Geheimnis des Kreiselschmucks. Die linearen Zeichnungen stellen – passend zum Ort – Bärentatzen dar. Sie wurden vom einheimischen Künstler Otto Grimm angefertigt. «Die Tatzenzeichnungen in den Strassenmarkierungsfarben Rot, Gelb und Blau symbolisieren Kreuzung, Begegnung und Neuorientierung», erklärte Grimm, der ebenfalls an der Einweihung dabei war.

Der Männerkochkurs der Freizeitwerkstätte verwöhnte die Gäste kulinarisch. Zum Dessert gabs Mohrenköpfe, die anders als im Gemeindewappen, in der Hitze nur so dahinschmolzen.