Neujahrs-Apéro
Der ABB-Hitachi-Deal könnte in Lenzburg Spuren hinterlassen

Ein besorgter Stadtammann zum Verkauf der ABB-Stromsparte und eine muntere Neuropsychologin über gute Vorsätze, die nicht per sé scheitern müssen.

Ruth Steiner
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Ulrich Spiesshofer von der ABB. Das Unternehmen gab im Dezember bekannt, von Hitachi übernommen zu werden.

Ulrich Spiesshofer von der ABB. Das Unternehmen gab im Dezember bekannt, von Hitachi übernommen zu werden.

ENNIO LEANZA

Vorsätze für das neue Jahr zu fassen, gehören zum Silvester wie der Prosecco um Mitternacht: Die letzte Zigarette vor dem zwölften Glockenschlag, mehr Sport machen im neuen Jahr, sich gesünder ernähren sind Klassiker. Doch mit den guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Die meisten Leute halten das, was sie sich vorgenommen haben, nicht lange durch. Nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung erreichen die gesetzten Ziele, sagte Neuropsychologin Barbara Studer am Neujahrsempfang in Lenzburg. Woran scheitern die übrigen gut 95 Prozent?

Laut der Spezialistin liebt das menschliche Gehirn die Routine. «Gegen alles, was wir anders machen wollen als gewohnt, sträubt sich das Gehirn zunächst», erklärte Studer. Anschaulich und humorvoll gab sie anschliessend ein paar Impulse, wie die menschliche Steuerzentrale überlistet werden kann. Mit kleinen Schritten zu grossen Veränderungen, heisst die Zauberformel gemäss der Fachfrau. Wer also mehr Sport machen will, sollte nicht gleich mit hundert Liegestützen starten – laut Studer reichen zwei zum Anfang.

Stadtammann Daniel Mosimann mit Neuropsychologin Barbara Studer. Die Neuropsychologin Barbara Studer referierte über einfache Tricks, damit gute Vorsätze gelingen und nicht schon bald wieder vergessen gehen.

Stadtammann Daniel Mosimann mit Neuropsychologin Barbara Studer. Die Neuropsychologin Barbara Studer referierte über einfache Tricks, damit gute Vorsätze gelingen und nicht schon bald wieder vergessen gehen.

Ruth Steiner

Stadtammann Daniel Mosimann freute sich über viele positive Ereignisse in der Stadt im abgelaufenen Jahr. Die zahlreichen Jubiläen von Firmen und Organisationen, welche Lenzburg 2018 feiern konnte, täuschten jedoch nicht über die Hiobsbotschaft aus der ABB-Zentrale hinweg, welche wenige Tage vor Weihnachten die Wirtschaftsspalten füllte. Der Stadtammann kritisierte den aus seiner Sicht «unnötigen Verkauf der ABB-Stromsparte an Hitachi» und sprach mit Blick auf die in Lenzburg ansässige ABB Semiconductors von «einem Ereignis, das auch in Lenzburg tiefe Spuren hinterlassen könnte».

Zu den zentralen Projekten 2019 gehört die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Die nächsten Schritte stehen an. Mosimann erwartet, dass die BNO während der öffentlichen Auflage «sicher für erheblichen Gesprächsstoff sorgen wird». Weiter Fahrt aufnehmen soll auch das Bahnhof-Projekt. Im Rahmen des Bahnausbaus 2035 hat der Bundesrat kürzlich 192 Millionen Franken für den Ausbau des Bahnhofs Lenzburg gesprochen.