Holderbank
Der Aaresteg soll durch Crowdfunding finanziert werden

Die Sanierung der Fusswegverbindung nach Veltheim soll mit Crowdfunding ermöglicht werden. Es fallen Kosten von 20'000 Franken an.

Fritz Thut
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Der Aaresteg zwischen Holderbank und Veltheim soll für Fussgänger wieder geöffnet werden, wenn über die Crowdfunding-Plattform ideenkicker.ch 20 000 Franken zusammenkommen.

Der Aaresteg zwischen Holderbank und Veltheim soll für Fussgänger wieder geöffnet werden, wenn über die Crowdfunding-Plattform ideenkicker.ch 20 000 Franken zusammenkommen.

Zur Verfügung gestellt

Einst wurde hier Abbruchmaterial aus der Gislifluhregion über die Aare in die Zement-Produktionsstätten bei Holderbank geführt. Wegen des Förderbands erhielt der Übergang alsbald den Namen Bandbrücke.

1978 stellte die «Cementi» die Produktion ein, das Band wurde abgeschaltet. Inzwischen redet man vom Aaresteg. Bis zur absoluten Schliessung im Jahr 2008 wurde die Verbindung zwischen Veltheim und Holderbank immer wieder von Personen genutzt: Früher von Mitarbeitern als Arbeitsweg, am Schluss mehrheitlich von Hobbysportlern als Wander- oder Joggingstrecke.

Wunsch nach Wiederöffnung

«Kaum eine Woche und schon gar keine Gemeindeversammlung vergeht, ohne dass ich mit der Frage konfrontiert werde: ‹Wann geht der Aaresteg endlich wieder auf?›» Für den Holderbanker Gemeindeammann Herbert Anderegg ist die Bandbrücke ein stets aktuelles Thema. Um den Wünschen aus der Bevölkerung nach einer baldigen Wiederöffnung nachzukommen, mussten verschiedene Hürden aus dem Weg geräumt werden.

Wie Anderegg gestern an einer Medienorientierung ausführte, konnten letzte Woche die Eigentumsverhältnisse neu geregelt werden: «Am letzten Freitag hat der Verwaltungsrat der aktuellen Besitzerin, der Fixit AG, entschieden, den beiden Gemeinden Holderbank und Veltheim, wohl zu einem symbolischen Preis von einem Franken, die Brücke zu überlassen.»
Schon vorgängig wurde die Bausubstanz abgeklärt und es wurden verschiedene Varianten für eine Sanierung geprüft. «Wir haben uns für die sanfte Renovation mit Gesamtkosten von rund 90 000 Franken entschieden», so Anderegg.

Gemischte Finanzierung

Die Sanierung des Übergangs sei «eigentlich nicht eine Aufgabe der Gemeinden», hält der Holderbanker Ammann fest und fährt fort: «Doch der Wunsch aus der Bevölkerung, den Steg wieder zugänglich zu machen, rechtfertigt ein limitiertes Engagement.» Die beiden Gemeinden bestreiten also einen Teil der Kosten, dazu kommen Beiträge aus der Wirtschaft.

Herbert Anderegg: «Für den Rest von rund 20 000 Franken soll die Bevölkerung aufkommen.» Dazu bedient sich die Gemeinde der gestern in Lenzburg vorgestellten neuen Crowdfunding-Plattform ideenkicker.ch. Mit dieser internetbasierten Schwarmfinanzierung kann jeder Computerbenutzer Beiträge an Projekte leisten, die ihm nahestehen und etwas bedeuten.

Ideenkicker.ch wurde gemeinsam vom Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal und der Hypothekarbank Lenzburg lanciert und ist reserviert für Ideen und Projekt aus der Region (siehe Text unten rechts). Die Suche nach den restlichen 20 000 Franken für die Wiederöffnung des Steges ist ein Vorzeigeprojekt während der Startphase.

Kleine Prämien

Viele Leute, die gern das wunderschöne Naherholungsgebiet entlang der Aare besuchen, können – so der Aufruf des Holderbanker Gemeindeammanns – mit einem Beitrag ab 5 Franken ihre Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Wie bei allen Projekten auf ideenkicker.ch gibt es ab bestimmten Spenden eine gewisse Gegenleistung: Im konkreten Fall gibt es ab 20 Franken eine Einladung zum Einweihungsfest, ab 500 Franken wird man am Steg namentlich erwähnt und ab 1000 Franken wird man bei den Spendentafeln bei den beiden Aufgängen aufgeführt.

Anderegg ist aber überzeugt, dass der symbolische Wert einer Teilnahme schon nahezu unbezahlbar ist: «Ein Spender über die Crowdfunding-Plattform ideenkicker.ch kann nachher sagen: ‹Ich habe auch ein Brettchen für die Sanierung bezahlt.›»