Lenzburg

Der 22-jährige Chef hat bereits neun Angestellte

Kevin Dobler führt die Firma Kunststoff Recycling Lenzburg mit Erfolg.Toni Widmer

Kevin Dobler führt die Firma Kunststoff Recycling Lenzburg mit Erfolg.Toni Widmer

Der Jungunternehmer Kevin Dobler führt auf dem ehemaligen Hero-Areal in Lenzburg erfolgreich einen Kunststoff-Recycling-Betrieb. Bereits während der Lehrzeit hatte er sich intensiv mit dem Thema Recycling beschäftigt.

Am 23. Februar 2012 war der 22-jährige Kevin Dobler vermutlich etwas nervös. In seiner Firma für Kunststoff-Recycling im ehemaligen Hero-Areal in Lenzburg waren die Spezialisten der Sektion Abfälle und Altlasten des Kantons zu Besuch. Die Betriebskontrolle stellt dem Jungunternehmer ein hervorragendes Zeugnis aus: «Die Anlage macht einen sauberen, geordneten Eindruck», attestierte ihm die Aufsichtsbehörde und hielt weiter fest: «Am Tag der Kontrolle gab es keinerlei Beanstandungen. Wir gratulieren Ihnen dazu und wünschen weiterhin viel Erfolg.»

Sauberkeit ist oberstes Gebot

«Recycling, wie wir es betreiben, heisst nicht Entsorgung. Wir nehmen Kunststoffabfälle entgegen und bearbeiten diese so, dass sie in den Produktionsprozess zurückgeführt werden können», sagt Kevin Dobler. «Top-Qualität ist unsere Maxime. Das Granulat, das wir aus den Abfällen gewinnen, muss absolut sortenrein sein. Ein Körnchen vom falschen Stoff genügt und schon steht bei unserem Kunden eine Maschine still. Oder das von ihm hergestellte Produkt entspricht nicht den Anforderungen.»

Sauberkeit in den Produktionsräumen ist deshalb für den Jungunternehmer ebenso oberstes Gebot wie grösste Sorgfalt beim Reinigen von Maschinen, mit denen die Kunststoff-Abfälle gemahlen, von Restmetallteilchen befreit, gereinigt, getrennt und granuliert werden. Die eingesetzten Maschinen lassen sich nicht von der Stange kaufen: «Wir haben sehr viel in die Entwicklung investiert und suchen stets nach noch optimaleren Abläufen», sagt der junge Chef eines Teams, das inklusive drei Lehrlingen bereits 10 Personen umfasst.

Unterstützt wird Dobler vor allem von seinem Stellvertreter Michael Studer: «Wir haben uns während unserer Lehrzeit als Kunststofftechnologen kennen gelernt. Jetzt können wir von diesem Fachwissen profitieren. Wir kennen die Anforderungen an den Rohstoff und wissen, was unsere Kunden brauchen.»

Mit dem Thema Recycling begann sich Kevin Dobler schon während seiner Lehrzeit zu befassen: «Bei der Herstellung von Kunststoff-Produkten gibt es verschiedenste Abfälle. Ich begann mich zu fragen, ob man die Abfälle wirklich verbrennen muss oder ob es nicht sinnvoller wäre, sie wieder als Rohstoff einzusetzen.» Vater Franz Dobler, der in Lenzburg eine Firma für Bautenschutz betreibt, unterstützte seinen Junior nach Kräften und so wurde – vorerst noch unter der Leitung des Vaters – die heutige Firma gegründet.

Nicht von Rückschlägen verschont

Im ersten Jahr konnten 45 Tonnen Kunststoffe recycliert werden, heute sind es bereits 1500 Tonnen. Gekauft und verarbeitet werden Produktionsabfälle, Angüsse, Anfahr- und Ausspritzkuchen und Ausschussware, aber auch Rest- und Lagerposten, Verpackungsfolien sowie PE-, PP- und PVC-Rohre aus Produktion und Rückbau sowie PVC-Fensterprofile. Die Firma garantiert zudem die Zerstörung sämtlicher Formteile, die allenfalls für Mitbewerber von Interesse sein könnten.

Von Rückschlägen blieb das junge Unternehmen allerdings nicht verschont: «Den Einbruch der Wirtschaft im Jahr 2008 haben wir nur mit viel Einsatz überlebt», blickt Kevin Dobler zurück. Die Zukunft sieht der Jungunternehmer positiv: «Dank unseren Anstrengungen und Bestreben nach bester Qualität haben wir uns einen guten Namen schaffen können. Ich bin überzeugt, dass wir unser junges Unternehmen weiter ausbauen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können.»

Dazu braucht seine Firma aber vorerst ein neues Domizil: Ihre Tage im Lenzburger Hero-Areal sind wegen der geplanten Überbauung gezählt. Gesucht wird auf ein neues Betriebsareal mit einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern.

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