Seengen
Denkmalpflege hats verlangt: «Brestenberg»-Scheune saniert

Die Denkmalpflege hat beim Besitzer des Schlosshotels Brestenberg die Restauration der über 300 Jahre alten Scheune eingefordert. Der Winterthurer Immobilienkönig Bruno Stefanini und der Kanton investieren nun einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Ruth Steiner
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Es sind keine Vorboten eines erneuten Versuchs, das ehemalige Schlosshotel Brestenberg aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Die Restaurierungsarbeiten an der historischen Scheune stehen nicht im Zusammenhang mit einem Märchenprinzen, der dem einstigen Prunkschlösschen wieder eine Zukunftsperspektive geben will.

«Ein neues Projekt ist aktuell nicht bekannt.» Der kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer dämpft allfällige Hoffnungen postwendend. «Die Denkmalpflege muss den nötigen Unterhalt an geschützten Objekten einfordern. Sie kann jedoch nicht auf die gesamte Schlossanlage beziehungsweise deren Nutzung einwirken.»

Als Aufsichtsbehörde hat die Denkmalpflege nach einem Augenschein vor Ort im vergangenen Jahr interveniert. Sie hat den Schlosseigentümer Bruno Stefanini aus Winterthur beziehungsweise dessen Vertreterin, die Liegenschaftsverwaltung, die Terresta Immobilien und Verwaltungs AG, auf die Schäden an der historischen Schloss-Scheune aufmerksam gemacht.

«An verschiedenen Stellen ist das Scheunendach undicht, bei Regen fliesst Wasser ins Gebäudeinnere. Wird nichts unternommen, werden die Schäden nur noch grösser, was noch höhere Reparaturkosten nach sich zieht», sagt Nussbaumer.

Nicht nur das Dach, auch die treppenförmige Mauergiebelfassade an der Schmalseite der Scheune bröckelt. Der brüchige Verputz an der Bruchsteinmauer muss ersetzt und die schadhaften Stellen an der gesamten Gebäudehülle sollen repariert werden.

Arbeiten dauern bis im Sommer

Vor drei Jahren wurde das Schlossdach saniert und jetzt ist die direkt an der Hauptstrasse gelegene Scheune aus dem Jahr 1710 an der Reihe. Beide Gebäude des mehrteiligen Schlosses sind denkmalgeschützt. Über die genauen Kosten will sich der kantonale Denkmalpfleger nicht äussern, das Objekt befinde sich nicht im Besitz des Kantons.

So viel sagt Nussbaumer: «Es wird ein mittlerer sechsstelliger Betrag investiert. Davon subventioniert der Kanton knapp 14 Prozent, das ist eine schöne Summe.» Die Arbeiten am historischen Dach müssen in der wärmeren Jahreszeit durchgeführt werden.

Schon in wenigen Wochen bekommt die Scheune einen Gerüstmantel, der nach Abschluss der Arbeiten im Sommer wieder entfernt wird. Die Bauarbeiten koordiniert das Bauunternehmen Max Zuckschwerdt AG aus Staufen.

Der Seenger Gemeindeammann Jörg Bruder zeigt sich zufrieden über das Vorhaben: «Wir sind froh, dass eine weitere Sanierung in Angriff genommen wird. Selbstverständlich würden wir uns freuen, wenn die Pläne einer Hotelanlage mit den unterirdischen Ausstellungsräumlichkeiten dereinst realisiert würden.»

Denkmalpfleger Reto Nussbaumer gibt sich im Gespräch ebenfalls nostalgisch: «Ich würde gerne bei einem Glas Wein einmal auf der schönen Hotelterrasse sitzen und den Blick auf den Hallwilersee geniessen.»