Arild Franck ist der stellvertretende Leiter des fiktiven Hochsicherheitsgefängnisses Staten in Oslo. Franck ist korrupt und in schlimme Verbrechen verwickelt.

Die Gefangenen nutzt er skrupellos aus, das Leben eines Sträflings bedeutet ihm wenig. Frank hat das Hochsicherheitsgefängnis Staten, das er für ausbruchssicher hält, selber konzipiert.

Dabei hatte er aber ein Vorbild: das neue Zentralgefängnis in Lenzburg. Arild Franck ist eine der zentralen Figuren im Krimi «Der Sohn» des norwegischen Autors Jo Nesbø.

Der Krimi, der neu auch als Taschenbuch erhältlich ist, ist inzwischen bereits ein internationaler Bestseller, wie die meisten andern Nesbø-Krimis es auch sind.

Durch den kurzen Auftritt erhält das Lenzburger Zentralgefängnis ein bisschen internationale Bekanntheit, heisst es doch wörtlich im Text: «Im Staten hatte er an alles gedacht. Schon in der Planungsphase hatte er mit Architekten und internationalen Experten zusammengesessen. Ihr Vorbild war das Gefängnis in Lenzburg gewesen, im Schweizer Kanton Aargau. Hypermodern, aber einfach und mit Fokus auf Sicherheit und Effektivität statt auf Komfort.»

«Sie meinen Seite 23?»

Marcel Ruf, Direktor des Justizvollzugsanstalt Lenzburg kennt das Buch und die Textstelle sehr genau. «Sie meinen die Passage auf Seite 23?», fragt er, als er zum Auftritt von «Lenzburg» im Krimi des weltberühmten Autors befragt wird.

Ja, sagt Ruf, was da Nesbø über das neue Zentralgefängnis schreibe, sei absolut korrekt. Zwar habe Nesbø nie direkt Kontakt aufgenommen und Auskunft verlangt.

Aber es sei kein Problem, sich alle diese Informationen sich über das Internet zu beschaffen, erklärte Ruf. Vor allem sei rund um die Eröffnung des neuen Gefängnisses im Jahre 2011 viel publiziert worden.

Auf die prominente Erwähnung habe ihn seine Tochter schon vor längerer Zeit aufmerksam gemacht, sagt Ruf.

Seine Tochter ist Buchhändlerin und konnte den neuen Krimi lesen, noch bevor er in den Handel kam. Seither sei er schon einige Male auf die Erwähnung bei Nesbø angesprochen worden.

Einzig eine Ergänzung hat Gefängnisdirektor Ruf. So wie Häftlinge im fiktiven Gefängnis Staten aus- und wieder einbrechen können, sei das zwar in einem Krimi möglich, aber sicherlich nicht im Zentralgefängnis Lenzburg.

So trennen sich also die Realität des Zentralgefängnisses und die Fiktion rund um das Hochsicherheitsgefängnis Staten schon nach wenigen Zeilen wieder.

Und der korrupte Arild Franck geht weiter seinen schmutzigen Geschäften nach, bis ihn Kommissar Simon Kefas endlich zur Strecke bringt.

Jo Nesbø: Der Sohn. Kriminalroman. Ullstein 2015.