Beinwil am See

Das Wasser wird 90 Rappen teurer, weil es zu viele Schulden gibt

Der Haupteingang vorne muss optisch bestehen bleiben, an die West-Fassade (rechts) darf angebaut werden.

Der Haupteingang vorne muss optisch bestehen bleiben, an die West-Fassade (rechts) darf angebaut werden.

Die Gemeinde nimmt sich für die nächsten Jahre viel vor. Das hat Folgen für die Bevölkerung: 6.05 Franken statt 5.15 Franken pro Kubikmeter soll das Wasser bald kosten.

Rund 180 Kubikmeter Frischwasser verbraucht ein durchschnittlicher Beinwiler Haushalt im Jahr. Werden die Benützungsgebühren pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch wie vom Gemeinderat vorgeschlagen um insgesamt 90 Rappen erhöht, bedeutet das Mehrkosten von 162 Franken im Jahr pro Haushalt. Man bezahlt also durchschnittlich statt 927 Franken 1089 Franken.

Am Freitag stimmt die Gemeindeversammlung in zwei Traktanden über die Erhöhung der Abwasser- und Wassergebühren ab. Beim Abwasser wird dabei der Tarif pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch um 70 Rappen und beim Wasser um 20 Rappen angehoben.

Anpassung schon lange nötig

Die finanzielle Lage des Abwasserbetriebs und auch der Wasserversorgung in Beinwil sind seit Jahren angespannt. Vor zwei Jahren erhielten beide Werke einen Zuschuss von je einer Million Franken aus der Gemeindekasse. Der Gemeinderat hat anschliessend die Grundlagen und die Gebührensituation der Eigenwirtschaftsbetriebe Abwasser und Wasser gründlich geprüft. «Wird nichts an den Gebühren geändert, werden die Schulden des Abwasserbetriebs bis 2030 voraussichtlich auf 6,8 Millionen Franken steigen», erklärt der zuständige Gemeinderat Matthias Räber.

Die Schulden der Wasserversorgung würden mehr oder weniger konstant bei etwas über einer Million bleiben. Grund dafür seien in beiden Bereichen zwingend notwendige und gesetzlich vorgegebene Investitionen. «Finanziell», bekräftigt auch Gemeindeammann Johannes Eichenberger, «laufen wir ohne Gebührenanhebung in eine Wand hinein.»

Davon sollen aber nicht in erster Linie die Einwohner betroffen sein: «Wir haben darauf geachtet, dass auch Neubauten angesichts der noch zu erwartenden regen Bautätigkeit in den nächsten Jahren mithelfen, die Finanzlage zu entschärfen», sagt Räber. So werden beispielsweise die Anschlussgebühren pro Quadratmeter Gesamtgeschossfläche beim Wasser von 15 auf 30 Franken und beim Abwasser von 20 auf 40 Franken verdoppelt.

Doch auch die Beinwiler Haushalte müssen etwas beisteuern: «Insgesamt zahlt ein Beinwiler 6.05 Franken für den Bezug eines Kubikmeters Frischwassers», fasst Räber zusammen. Dies entspricht einer Erhöhung um rund 18 Prozent.

Generelles Versorgungsprojekt

Um einen fundierten Überblick über Betrieb, Unterhalt und Investitionen der nächsten Jahre zu erhalten, aktualisierte der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit einer Kommission den generellen Entwässerungsplan (GEP) und erstellte ein generelles Wasserversorgungsprojekt (GWP) für die nächsten 15 Jahre.

Im Rahmen des GWP sind einige Sanierungsarbeiten vorgesehen. «Einer der wichtigsten Punkte ist die Überarbeitung und Neufestsetzung der Grundwasserschutzzonen», sagt Räber. «Sie müssen an die aktuellen Richtlinien von Bund und Kanton angepasst werden.»

Die ebenfalls notwendige Sanierung des Reservoirs Holzacher müsse bis 2017 durchgeführt werden. «Sonst bekommen wir die vom Kanton aufgrund des Vorprojektes bereits zugesicherten Kostenbeiträge nicht mehr.»

Über den Verpflichtungskredit von rund 1,7 Millionen Franken für die Umsetzung der GWP-Massnahmen 2014 bis 2018 wird ebenfalls an diesem Freitag entschieden.

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