Seit kurzem hat Seetal Tourismus einen komplett überarbeiteten Internetauftritt. Er ist Teil eines Projekts von insgesamt zwölf regionalen Tourismusorganisationen in sechs Kantonen (wobei Luzern Tourismus in offiziellen Mitteilungen von fünf Kantonen schreibt, schliesslich ist ja nicht der ganze Aargau dabei), die unter der Federführung von Luzern Tourismus eine gemeinsame Plattform erarbeitet haben.

Für das Jubiläumsjahr des kleinen Tourismusbüros in Lenzburg ein Highlight – die Region Lenzburg-Seetal wird erst seit zehn Jahren professionell vermarktet. «Durch unsere Lage im Seetal mit der Nähe zu Luzern arbeiten wir schon lange mit Luzern Tourismus zusammen und konnten so auch von diesem Projekt profitieren», sagt Romana Wietlisbach von Seetal Tourismus. Anderthalb bis zwei Jahre sei an dem Projekt gearbeitet worden.

So ganz perfekt läuft die Seite noch nicht. Die Ladezeiten sind lang, und wer sich auf der Titelseite durch die Angebote klickt, wartet geschlagene sechs Sekunden, um vom Einen zum Nächsten zu gelangen. Da ist es beinahe gut, dass aktuell nach drei Angeboten auch schon Schluss ist. Romana Wietlisbach schmunzelt: «Jetzt geht es darum, Kleinigkeiten zu verbessern.»

Dazu gehört auch, dass seit der Umstellung viele Google-Treffer auf seetaltourismus.ch im Nichts landen: Die Seiten gibt es entweder nicht mehr oder ihre Adresse hat sich geändert. Das kann man Google mitteilen – oder man wartet, bis die Webcrawler (kleine Programme, die das Internet für die Suchmaschine laufend nach Inhalten durchsuchen) selber merken, dass etwas nicht stimmt. Was dann aber bei Google auch zu einer Abstufung der Seite führen könnte: Wo viele Fehlerseiten auftauchen, kann nicht viel dahinter sein, so die nachvollziehbare wie einfache Logik der Automatismen von Googles Suchmaschine.

Alternative zu Booking.com

Herz des neuen Online-Angebots ist eine Buchungsplattform für Übernachtungsmöglichkeiten. Auf ihr kann jede Region lokale Hotels, BnBs, Campingplätze oder Ferienwohnungen vermarkten. Für viele Hoteliers eine willkommene Möglichkeit. Im Seetal sind unter anderem die Schifflände (Birrwil), das Delphin (Meisterschwanden), der Eichberg (Seengen) und das Hallwil (Beinwil am See) dabei. Die Schweizer Tourismusbranche sucht schon länger nach einer Möglichkeit, die zunehmend erdrückende Marktmacht von Giganten wie booking.com zu mindern. Diese arbeiten zwar sehr professionell, nehmen aber auch hohe Provisionen, die zulasten der Hoteliers gehen.

Mit swisshotels.com startete Swiss Travel Centre, eine Tochterfirma von Schweiz Tourismus, Hotelleriesuisse und SBB, 2014 eine nationale Initiative. Nun bieten auch Lenzburg und das Seetal eine Alternative zu den grossen Playern.