Lenzburg
Das Provisorium ist «noch nicht das Nonplusultra»

Das Bushof-Provisorium auf dem Bahnhofplatz wurde am Mittwoch offiziell eingeweiht. Wie lang es dauert, ist ungewiss.

Fritz Thut
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Der Stadtrat, hier Baudirektor Martin Steinmann, trifft auf der neuen Buskante B auf dem Bahnhofplatzprovisorium ein und wird von René Bossard, dem Geschäftsführer des Regionalbus Lenzburg, und Mitarbeitern begrüsst.

Der Stadtrat, hier Baudirektor Martin Steinmann, trifft auf der neuen Buskante B auf dem Bahnhofplatzprovisorium ein und wird von René Bossard, dem Geschäftsführer des Regionalbus Lenzburg, und Mitarbeitern begrüsst.

Chris Iseli

Nach verschiedenen Rückschlägen bei der Planung des neuen Bahnhofplatzes gab es am Mittwoch einen kleinen Schritt nach vorn. Mit der Ankunft des vollständigen Stadtrates mit dem Linienbus 391 an der neuen Buskante B wurde das Bushof-Provisorium offiziell in Betrieb genommen.

«Dieses Provisorium soll etwa zehn Jahre halten», schaute Stadtrat Martin Steinmann optimistisch in die Zukunft. Offiziell soll die definitive Neugestaltung des Bahnhofplatzes, koordiniert mit dem Neubau des Bahnhofgebäudes, 2022 beginnen, doch solche Plan-Jahreszahlen lösen mittlerweile nicht nur bei Pendlern und Bevölkerung, sondern auch bei Politikern und Planern allgemeine Heiterkeit aus.

Grauer Asphalt statt Grün

Mit dem nun in Rekordzeit in Betrieb genommenen Provisorium konnte eine Verbesserung für viele Benützer erreicht werden. Zusätzliche, mit den ersten Buchstaben des Alphabets benannte Buskanten sorgen für die Passagiere des Regionalbus Lenzburg (RBL) für mehr Klarheit. Taxiplätze und ein Carparkplatz sind ebenfalls sauber markiert. «Wir haben jetzt hier kein Puff mehr – das haben wir woanders», scherzte Steinmann.

Die neue Übersichtlichkeit hat ihren Preis. Für das Provisorium, für das der Einwohnerrat nach Abbruch des Projektes «Loop» im letzten November relativ zügig 380 000 Franken bewilligte, mussten eine Rasenrabatte und vier Bäume geopfert werden, wie Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau beim Lenzburger Stadtbauamt, bei der Einweihung erinnerte. Der Bahnhofplatz wirkt nun zwar geordnet, aber das Grün ist dem dunklen Grau einer riesigen Asphaltfläche gewichen. Signalisations- und Orientierungstafeln, sowie zusätzliches Info-Personal in der Anfangsphase, steuern die Umsteiger an den richtigen Ort.

Brenner freute sich darüber, dass die Bauarbeiten ohne Zwischen- und Unfälle über die Bühne gingen: «Es war nicht einfach, denn während der ganzen Zeit lief der Betrieb hier weiter: Man musste Rücksicht nehmen auf Busse, den Privatverkehr, Velos und Fussgänger.» Gemäss Brenner gibt es während den Sommerferien nochmals eine Anpassung: Die beiden Telefonkabinen und der Prellbock des ehemaligen Gleises 7 kommen weg. Dadurch haben die Velofahrer, die am Rand des Platzes wieder mehr Ständer für ihre Gefährte erhalten haben, einen besseren Durchgang zum Bahnhof.

Die längste Planung

RBL-Geschäftsführer René Bossard freute sich über die Verbesserungen für die Bus-Passagiere und -Chauffeure mit dem Provisorium. Er machte jedoch aus seinem Herzen keine Mördergrube, indem er anmerkte, dass «diese Lösung noch nicht das Nonplusultra» ist. Noch fehlten bei vielen Warteflächen Überdachungen, was bereits beim Nieselregen von gestern Morgen für entsprechende Reaktionen bei Pendlern sorgte.

«Heute ist ein grosser Tag für den öffentlichen Verkehr – nicht nur in der Innerschweiz und dem Tessin, sondern auch hier auf dem Lenzburger Bahnhofplatz», stellte Steinmann die Eröffnung des Bushofes in einen Zusammenhang mit der Gotthardtunnel-Einweihung. René Bossard doppelte nach: «Die haben dort den längsten Eisenbahntunnel; wir haben hier sicher die längste Planungszeit bis zur Realisierung des definitiv neu gestalteten Bahnhofplatzes.»

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