Othmarsingen

Das passt den Schützen gar nicht: Gemeinderat stellt Antrag, Betrieb in der Schiessanlage einzustellen

Hans Rätzer, Gemeindeammann Othmarsingen

Der Gemeinderat stellt an der Sommergmeind den Antrag, den Betrieb in der Schiessanlage einzustellen. Das passt den Schützen gar nicht. Die Schützen kämpfen für den Schiessstand.

Der Kugelfang der 300-Meter-Schiessanlage liegt in der Landwirtschaftszone und muss saniert werden. Dies verlangt das Gesetz. Denn die Munition, die dort liegt, enthält gefährliche Schwermetalle, allen voran Blei, und kontaminiert den Boden. Noch bis Ende 2020 beteiligen sich Bund und Kanton an der Sanierung. Um diese Frist nicht zu verpassen, legt der Gemeinderat der Othmarsinger Sommergmeind am kommenden Freitag einen Kreditantrag über 305'300 Franken vor, wovon die Gemeinde rund 134'000 Franken übernehmen muss.

In einem weiteren Schritt soll das Volk über die Zukunft des Schiessbetriebs entscheiden. Damit die Schützen nach der Sanierung weiterhin die Anlage benützen können, müsste diese mit künstlichen Kugelfangkästen für 55'000 Franken aufgerüstet werden. An der Sommergmeind befinden die Othmarsinger über zwei Varianten: Der Kredit für die Aufrüstung sei zu genehmigen; oder aber der Schiessbetrieb sei einzustellen und der 140-jährige Verein soll die Schiessanlage eines anderen Vereins mitbenützen.

Der Gemeinderat favorisiert die Einstellung des Betriebs. «Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt», sagt Ammann Hans Rätzer, «und der Entscheid fiel uns nicht leicht». Der Gemeinderat sei aufgrund der Fakten zum Schluss gekommen, dass die Vorteile für das Dorf bei einer Einstellung überwiegen. Der Weiterbetrieb wäre mit Kosten verbunden: So müssten unter anderem die veralteten Trefferanzeigen bis in den nächsten vier Jahren für rund 120'000 Franken ersetzt werden. Dass die zwölf aktiven der 24 Mitglieder auswärts schiessen müssten, sieht der Gemeinderat als Chance: «Wir glauben, dass die Schützengesellschaft langfristig nur überleben kann, wenn sie sich regional organisiert und die Kräfte mit anderen Schützengesellschaften bündelt», so Rätzer.

Der Präsident der Schützengesellschaft, Ueli Wirz, sieht das ganz anders. Vom Antrag, der Schiessbetrieb sei einzustellen, hält er gar nichts: «Wenn wir auswärts schiessen müssen, wird es unseren Verein und die Ausbildungsmöglichkeiten für unsere Jungschützen in fünf Jahren nicht mehr geben. Und was passiert mit dem Schützenhaus?», fragt Wirz. Schliesslich habe die Schützengesellschaft das Haus jeweils aus eigener Kasse renoviert. «Da hat die Gemeinde zwischen 120'000 und 140'000 Franken gespart.» An der Gmeind wollen sich die Schützen deshalb für den Erhalt der Schiessanlage und des Schützenvereines im Dorf starkmachen.

Fast 1 Million für Waldrüti-Parzelle

Seit Kurzem besuchen die Kindergärtler des ehemaligen Chindsgi Waldrüti den neuen Kindergarten neben der Turnhalle. Der Gemeinderat beantragt deshalb, das 1300 Quadratmeter grosse Grundstück des alten Kindergartens am Lärchenweg 1 in der Wohnzone W2 für 950'000 Franken an die Quadreal AG aus Bäch (SZ) zu verkaufen. Traktandiert ist zudem ein Kredit über 1,255 Millionen Franken für die Erneuerung der Wasserleitung und der Strasse Hasli. Für weitere 121'700 Franken sollen die veralteten Quellableitungen Weiher zwischen der Sammelbrunnstube Weiher und dem Reservoir Steinbruch erneuert werden. Nebst der Jahresrechnung 2018, die mit einem operativen Ergebnis von Minus 167'444 Franken besser abschliesst als budgetiert, sollen die Othmarsinger auch vier Kreditabrechnungen absegnen.

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