Zweimal hintereinander (2014/15 und 2016/17) kochte er mit seinem Team die «Länzerthus»-Küche bei der Swiss SVG-Trophy (nationaler Wettbewerb für Spital-, Heim- und Gemeinschaftsgastronomie) in die Medaillenränge. 2018 verliess Küchenchef Thomas Brunner das Alters- und Pflegeheim in Rupperswil nach Spannungen mit der Führung. Inzwischen ist auch Geschäftsleiter Claudio Leasi aus dem «Länzerthus» ausgeschieden.

Von Brunners Nachfolger in der Altersheimküche in Rupperswil trennte man sich noch in der Probezeit, wie jetzt bekannt wurde. «Es ist die Summe verschiedener Vorkommnisse, die uns zu diesem Schritt veranlasst hat», erklärte Interims-Verwaltungsratspräsident Roland Huggler. Huggler persönlich hat Thomas Brunner in die Heimküche nach Rupperswil zurückgeholt. Brunner wird im Februar das Zepter wieder übernehmen.

Das Alters- und Pflegeheim Länzerthus hat im laufenden Jahr verschiedentlich Schlagzeilen geliefert. Angefangen hat es mit positiven Meldungen: Ende Februar wurde das neue Alters- und Pflegeheim im Beisein von Regierungsrätin Franziska Roth eröffnet. Rund 42 Millionen Franken hat die Alters- und Pflegeheim Länzerthus AG (Trägergemeinden Rupperswil, Auenstein, Hunzenschwil und Schafisheim) in den Neu- und Umbau investiert.

Doch dann wendete sich das Blatt. Beunruhigende Informationen drangen aus Rupperswil an die Öffentlichkeit. Zuerst wurde die Demenzabteilung mangels Nachfrage geschlossen, nur kurze Zeit später der Doppelabgang von Verwaltungsratspräsidentin Nicole Sehringer Bucher und Geschäftsleiter Leasi vermeldet. Von einer schlechten Stimmung im Haus war die Rede.

Vom Park bleibt grüne Wiese

Zudem verfügte der Verwaltungsrat über die geplante grosszügige Parkanlage einen Stopp. Das Projekt wird derzeit abgespeckt, vorgesehen ist eine 5300 Quadratmeter grosse grüne Wiese mit Autoabstellplätzen auf zwei Seiten. In der Zwischenzeit laufen die Arbeiten für den Rückbau des alten Haus Länzert und für das ehemalige Personalhaus weiter.

Suche nach Geschäftsleitung läuft

Seit zwei Monaten ist Heim-Sanierer Hans Bürge in Rupperswil interimsmässig am Ruder. Gestern hat er zusammen mit Interims-Verwaltungsratspräsident Roland Huggler über die laufenden Vorgänge informiert. Dabei wurde bekannt, dass die Betriebsorganisation in jüngerer Zeit massiv aufgebläht worden war. Bürge hat den Rotstift angesetzt und im Organigramm eine ganze Hierarchiestufe wieder gestrichen. «Das ‹Länzerthus› ist zu klein für eine derart grosse Organisationsstruktur», erklärte er. Bei dieser Reorganisation mussten zwei Kündigungen ausgesprochen werden.

Einen Wechsel gibt es auch bei der Leitung des Pflegediensts. Die bisherige Leiterin mit einem Teilzeitpensum von 60 Prozent zieht sich aus familiären Gründen zurück. Die Stelle wird mit weiteren Aufgaben zusammengelegt, auf ein Vollzeitpensum aufgestockt und kann intern mit einer laut Bürge sehr gut qualifizierten jungen Mitarbeiterin besetzt werden.

Seit gestern läuft zudem die offizielle Suche nach einer neuen Geschäftsleitung. Auf www.sozjobs.ch ist das Inserat aufgeschaltet. Gesucht wird eine Person für ein 80- bis 100-Prozent-Pensum. Nebst den üblichen fachlichen Qualifikationen legt man im «Länzerthus» grossen Wert auf eine Führungspersönlichkeit mit «hoher Sozialkompetenz und Freude im Umgang mit Menschen».

Neues Angebot

Gleichzeitig mit der Bereinigung der personellen Strukturen hat sich das «Länzerthus» mit dem Ausbau seiner Angebote befasst. «Das ‹Länzerthus› bietet neu eine Tagesbetreuung an für Menschen, die von Angehörigen zu Hause umsorgt werden», erklärte Bürge. Vorgestern hat der Kanton die Bewilligung für das neue Projekt erteilt. Für die Tagesbetreuung wird die aktuell leer stehende Demenzabteilung wieder geöffnet. Dort werden die Tagesaufenthalter zusammen mit den derzeit im normalen Betrieb integrierten Demenzkranken betreut. «Die Nachfrage nach derartigen Angeboten ist da», sagte Hans Bürge, auch in Rupperswil habe man aus verschiedenen Kreisen Interesse signalisiert. Bürge betont, dass sich das Angebot nicht explizit nur an Personen aus den Trägergemeinden richtet.

Alles in allem spricht der Interims-Geschäftsleiter von einer deutlich besseren Stimmung im «Länzerthus». Auch VR-Präsident Roland Huggler ist zufrieden. Die Entwicklung zeigt nach oben: «Wegen des Neubaus mussten wir das Bettenangebot vorübergehend auf 75 reduzieren. Nach der Eröffnung des Neubaus standen 120 Betten zur Verfügung. Mit der aktuellen Auslastung von 92 Prozenten sind wir auf guten Wegen.»