Mit einer weiteren Sanierungsetappe werden im Kulturhaus Tommasini die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, um wie vorgesehen die Jugendarbeit beherbergen zu können. Und mit der programmatischen Installation der «Jazzbühne» wird in Zusammenarbeit mit der Kulturkommission ein neues Gefäss geschaffen, das auch ältere Konsumenten anlockt.

Eingangspartie, Turbinenraum und Gewölbekeller des Tommasini präsentierten sich im Gegensatz zu den erneuerten Räumlichkeiten im Obergeschoss bisher wenig gastfreundlich. Die jahrelange Nutzung als Fabrikgebäude, Lagerhaus und zuletzt Jugendwerkhof hat Spuren hinterlassen. Und das nicht nur in Form von wilden Graffiti an den Wänden, sondern auch von gravierenden Abnutzungserscheinungen. Der Verein Tommasini, welcher seit rund anderthalb Jahren für Führung und Betrieb sowie den Unterhalt der Liegenschaft am Aabach verantwortlich zeichnet, realisiert jetzt die zweite Sanierungsetappe. Freiwillige des Vereins arbeiten in diesen Wochen im Verein mit professionellen Fachleuten mit Hochdruck in den «Katakomben» des bejahrten Gebäudes.

Grundlegende Sanierung

«Das ist mehr als eine Pinselstrich-Renovierung», sagt Peter Heusler, der Technik-Verantwortliche des Tommasini-Vereins, kippt den Rest aus der Karrette, verstreicht den Beton in der Fuge und wischt sich den Staub ab, der im Erdgeschoss allgegenwärtig ist.

Trotzdem wird auf die vorhandene historische Bausubstanz grösstmögliche Rücksicht genommen. Umbauten und Abbauten sind deshalb keine vorgesehen. Der Gewölbekeller, das «Katatomm», bleibt weiterhin das romantische Relikt früherer Baukunst, die Turbine im Nachbarraum weiterhin sichtbar als Zeugnis der industriellen Nutzung. Das Rauschen des Aabachs, welcher einst für den Antrieb sorgte, ist deutlich hörbar.

Gastrecht für Jugendarbeit

Weil das Wasser gleich unterhalb des Turbinenraums durchfliesst, war die Feuchtigkeit zum Problem geworden. Neue Bodenbeläge mit Gussasphalt helfen dämmen. Die Wände erhalten frischen Verputz und Abrieb, es gibt neue Türen – endlich auch für die Toiletten im Eingangsbereich, der aufgefrischt und damit einladender wird. Selbstverständlich wird die ganze Elektrik erneuert, sodass zwei zweckmässige Mehrzweckräume entstehen.

Die Sanierungsarbeiten sollen so durchgezogen werden, dass voraussichtlich in der zweiten Hälfte Februar die offizielle Eröffnung des neuen «Katatomm» stattfinden kann. «Das Kulturhaus Tommasini freut sich, der Jugendarbeit Gastrecht gewähren zu können», sagt Peter Heusler im Hinblick auf die erweiterte Nutzung des Erdgeschosses. Diese geht auf die Vereinbarung der neuen Betreiber mit dem Stadtrat zurück, wonach das Tommasini bei Bedarf weiterhin für Jugendliche und deren Veranstaltungen als Treff zur Verfügung steht.

«Jazzbühne» neu im Angebot

Nicht direkt mit den Bauarbeiten hat die «Jazzbühne» zu tun. Unter diesem Label wird das kulturelle Angebot im Kulturhaus Tommasini erweitert, wobei Verein und Kulturkommission Lenzburg zusammenspannen. «Durch das neue Arrangement der Jazzbühne entsteht ein Treffpunkt für jüngere und ältere Jazz-Liebhaberinnen und -Liebhaber mit spannender und begeisternder Jazzmusik, der viel Raum für Improvisationen zulässt», schreibt die Kulturkommission, welche damit eine Lücke in ihrem Programm schliessen will. Für den Partnerverein eine willkommene Gelegenheit, auch älteren Semestern etwas nach ihrem Gusto zu bieten.

Für dieses Jahr sind vorerst drei Jazzkonzerte vorgesehen. Den Auftakt macht jeweils eine Vorband junger Musiker, welche die Chance erhalten, vor Publikum aufzutreten. Im Hauptact spielen dann Musiker, die auf dem Sprung zu arrivierten Künstlern sind. Und je nach Stimmung können spontane Jamsessions anschliessen. Generationenverbindend soll der Ausschank von leckerer Suppe mit Brot und einem Glas Wein sein. So etwas wie seinerzeit die Kappeler Milchsuppe zur Versöhnung von Gegnern?

Die Jazz-Bühne wird erstmals am 2. März bespielt von «Die zwei lustigen Drei» (Frank Widmer, Kaspar Schoch, Julian Häusermann) und Nereid (Sebastian Strinning, Manuel Troller, Martina Berther und Mario Hänni). Am 30. März sind Freetonus (François Diomaiuta, Lukas Kurmann, Florian Kolb) und Lila (Christoph Erb, Hans-Peter Pfammatter, Flo Stoffner und Julian Sartorius) zu Gast. Weitere Daten sind der 10. April (auf Schloss Lenzburg mit dem Peter Schärli Septett Complete Lulu) und am 4. Mai wieder im Tommasini. Neue Vorstandsmitglieder

Der Vorstand des Vereins Tommasini wurde erweitert. Peter Notter übernimmt das Sponsoring, Caroline Wiederkehr das Personal. Weiterhin Verantwortung tragen Basil Schneider (Präsident), Eliane Zgraggen (Leitung Gestaltung), Kris Mc Govern (Programmatik und Teamleitung), Matthias Achermann (Programm-Koordination) und Peter Heusler (technische Leitung).