Lenzburg

Das Kieswerk wird für einen Millionenbetrag ausgebaut – «Die Mitbewerber schlafen nicht»

Eine Brückenwaage bewältigt den gesamten Lastwagenverkehr im Kieswerk. Das Personal benutzt noch Containerprovisorien.

Die Kies Lenz AG und Beton Niederlenz-Lenzburg AG investieren 6,7 Millionen Franken. Damit werden verschiedene Teilprojekte finanziert.

Vor vier Jahren haben die Ortsbürgergemeinden Lenzburg und Niederlenz ihre Kieswerke zusammengeführt und zusammen mit der Beton Niederlenz-Lenzburg AG die Kies Lenz AG gegründet. Die Kies Lenz AG bewirtschaftet als Pächterin die beiden Werke in Lenzburg und Niederlenz. Die schlanken Strukturen ermöglichen einen effizienten Betrieb, dank boomender Bauwirtschaft klingelten in den letzten Jahren die Kassen der Aktionäre.

Nun soll der Standort Lenzburg auf Vordermann gebracht werden. Der geplante Ausbau des Kieswerks ist von grösserer Tragweite. Für das gesamte Bauvorhaben sind total 6,7 Millionen Franken vorgesehen. Die Bauherrinnen, Kies Lenz AG und Beton Niederlenz-Lenzburg AG, machen für den Schritt vor allem logistische und sicherheitstechnische Gründe geltend. Zudem sollen die Abläufe im seit 1965 betriebenen Kieswerk im Lenzhard effizienter gestaltet werden.

Konkret geht es um folgende Teilprojekte:

Neues Verkehrskonzept: In den vergangenen Jahren ist der Verkehr auf dem Areal kontinuierlich angestiegen. Nun wird im Kieswerk das Einbahnsystem eingeführt. «Mit dem neuen Verkehrssystem entstehen kaum Friktionen unter den ein- und ausfahrenden Fahrzeugen. Damit wird die Sicherheit stark verbessert», erklärt Kies Lenz AG-Verwaltungsrat Martin Stücheli.

Radwaschanlage: Zwar werden mit dem neuen Verkehrskonzept zusätzliche Fahrspuren innerhalb des Kieswerkareals befestigt. Wenn Fahrzeuge jedoch das Werkareal befahren, müssen sie in Zukunft durch die Radwaschanlage fahren, bevor sie das Kieswerk verlassen. «Damit wollen wir vermeiden, dass die Strassen in der Umgebung des Kieswerks zusätzlich verschmutzt werden», sagt Michael Sutter, Geschäftsführer der Kies Lenz AG.

Zusätzliche Lastwagen-Waage: Mit dem Bau einer zweiten Brückenwaage beim Arealeingang kann der ein- und ausfahrende Lastwagenverkehr entflechtet werden. Dazu sagt Sutter: «Mit der zusätzlichen Waage werden die Lastwagen viel speditiver abgefertigt werden können.»

Diese drei Ausbauschritte haben Priorität und sollen laut Verwaltungsrat Stücheli zuerst in Angriff genommen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Erweiterung des Recyclinggeschäfts vorgesehen. Hier orten Stücheli und Sutter grosses Entwicklungspotenzial für die Kies Lenz AG: Ziegel, Backsteine, Altbeton und sonstiges Mauerwerk, das beim Abbruch von Häusern anfällt, soll im Kieswerk zu neuen Baustoffen aufbereitet werden. Dazu werden eine neue Materialannahmestelle mit einem Aufbereitungsplatz sowie eine Recyclinghalle benötigt.

Geplant ist zudem, mit einem neuen Entwässerungskonzept die Kapazität des Rückhaltebeckens von heute 300'000 Litern um mehr als das Dreifache zu steigern. Ebenso vorgesehen sind eine neue Trafostation, eine Reparaturwerkstatt und eine Dieseltankstelle für die firmeneigenen Fahrzeuge. Zusätzlich müssen die Infrastrukturbauten für die wachsende Belegschaft erweitert werden. Fehlende Umkleidekabinen, Toiletten, Duschen und Aufenthaltsräume werden derzeit mit Containerlösungen überbrückt. Dieser Zustand ist auf die Länge jedoch unhaltbar. Der Personalbestand der Kies Lenz AG ist innerhalb eines Jahrzehnts von vier auf 14 Mitarbeitende gewachsen.

Keine zusätzliche Verschuldung

Was die Finanzierung des Bauvorhabens anbelangt, so will man die 6,7 Millionen Franken soweit wie möglich aus eigener Kraft stemmen. «Bei anhaltend guter Bauwirtschaft und einer geschickten Etappierung des Projekts sollte die Investition ohne Fremdfinanzierung möglich sein», erklärt Martin Stücheli. Die Kies Lenz AG gehe mit den Finanzen haushälterisch und sorgsam um, das gebe eine solide Basis. Mit andern Worten: Die Kassen der Kies Lenz AG sind gut bestückt. «Die Kies Lenz AG ist zwar eine junge, aber sehr gesunde Firma», bestätigt Stücheli. Bei einer unveränderten Baukonjunktur rechnet er mit einer Bauzeit von rund vier Jahren für das gesamte Vorhaben. Zu dessen Umfang sagt er: «Wir wollen aufzeigen, dass die Kies Lenz AG eine langfristige Strategie verfolgt und ein nachhaltiger und schonender Umgang mit den bestehenden Ressourcen gepflegt wird.» Zudem setze die Kies Lenz AG alles daran, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. «Die Mitbewerber schlafen nicht.»

Als Bauherrinnen treten die Kies Lenz AG und die Beton Niederlenz-Lenzburg auf. Letztere betreibt das Betonwerk unter eigenem Namen und ist gleichzeitig Minderheitsaktionärin der Kies Lenz AG. Die Investitionskosten werden nach einem speziellen Schlüssel aufgeteilt. «Der Kostenverteiler wird unter den Parteien noch ausgehandelt werden», so Stücheli.

Das Baugesuch lag bis zum Montag im städtischen Bauamt auf. Bis gestern sind laut Auskunft der Abteilung Stadtplanung & Hochbau keine Einwendungen eingegangen.

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