Niederlenz

Das Hochzeitskleid ist aus Gartenvlies genäht

An der Modeschau liessen sich am Samstag Jung und Alt durch die selbst genähten Kleidungsstücke inspirieren. Präsentiert wurden sie von angehenden Bekleidungsgestalterinnen, welche ihre Ausbildung im «Modeelle» absolvieren.

Im Atelier Modeelle bot sich den Besuchern an diesem Tag ein nicht ganz alltägliches Bild: Ein wunderschönes Hochzeitskleid stand mitten im Raum. Sein ganz besonderes Geheimnis gab es jedoch erst auf den zweiten Blick preis. Die Robe, die frau am schönsten Tag ihre Lebens trägt, war aus einem eher ausgefallenen Material genäht.

Der «Stoff» entpuppte sich nämlich als Gartenvlies aus der dem Berufsbildungszentrum ebenfalls zugehörigen Gärtnerei. Gartenvlies? «Das ist ein Material aus weissem transparentem Kunststoff, der als Kälteschutzfolie im Gartenbau verwendet wird», erklärt Atelierleiterin Heidi Frey.

Zwischen den einzelnen Bereichen des Berufsbildungszentrums herrschte auch sonst eine gute Zusammenarbeit: Die Modeschau fand nämlich in den Räumlichkeiten des Blumenladens statt. Stolz präsentierten die jungen Frauen ihre selbst genähten Kleidungsstücke. Und ernteten tosenden Applaus für ihren Auftritt. Die Unikate konnten anschliessend im Atelier bewundert und gekauft werden.

Zahlreiche Kundinnen und Kunden liessen sich denn auch inspirieren, freute sich Heidi Frey. Wem keines der angebotenen Kleidungsstücke passte, konnte sein eigenes Kleid nach Mass reservieren lassen. Einen Service, den Kunden und Kundinnen des Modeelle schätzen, wie die Atelierleiterin betonte: «So hat man ein Kleidungsstück, das wirklich passt. Ausserdem unterstützt man die Ausbildung junger Menschen.»

Auch der Tenor der Lernenden war positiv. Es sei ein toller Anlass gewesen und der grosse Aufwand habe sich gelohnt. Eine junge Frau verriet, dass ihr Vater sie jeweils bitte, seine Hosen zu flicken, seit sie ihre Ausbildung mache. Was ihr am Beruf der Bekleidungsgestalterin gefällt, verriet Tatjana Pfister aus Lenzburg: «Man kann mit den Händen arbeiten, sich kreativ betätigen und eigene Ideen umsetzen.»

Und Atelier-Assistentin Tatjana Peter ergänzte: «Wir haben Anfang Januar mit der Planung der Modeschau begonnen. Dieses Jahr haben wir speziell Modelle für den Alltag aus Jersey-Stoff gewählt.» Ein grosser Aufwand also. Für einen Beruf, in dem «ohne Herzblut» nichts geht, macht man dies jedoch gerne.

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