Schloss Hallwyl

Das historische Wasserrad wird restauriert: ein Job für den «Mühledoktor»

Das Wasserrad der Schlossmühle wird öffentlich rekonstruiert und restauriert. Dafür zuständig ist der «Mühledoktor» Kurt Fasnacht. Während drei Tagen in der Woche können ihm die Schlossbesucher bei seiner akribischen Arbeit über die Schulter schauen.

Just zur Hochsaison kann das Wahrzeichen des Seetals, das Wasserschloss Hallwyl, mit einer zusätzlichen Attraktion aufwarten. Vor Ort, bei der Mühleinsel nördlich der Kantonsstrasse, bauen Kurt Fasnacht und seine Mitarbeiter ein neues Wasserrad.

Fasnacht ist Fachspezialist für die Rekonstruktion und Restauration von alten Mühlen und gilt in den einschlägigen Kreisen als Mühledoktor. Beim Schloss Hallwyl muss das aus den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts stammende Rad ersetzt werden. Gegen aussen sieht das unterschlächtige Wasserrad aus «wie vorher».

Von Dienstag bis Donnerstag

Angestrebt ist der Stand von 1925. Fasnacht rekonstruiert das Rad nicht nur akribisch, er wendet mit seinem Team auch alte Arbeitsweisen an. Nur die Schablone für die vielen Bretter, mit denen die beiden 5,5 Meter Durchmesser aufweisenden Eichenräder hergestellt werden, wurde mit dem rechnergestützten numerischen Steuerungsverfahren (CNC) erstellt: «Alles andere ist reine Handarbeit», so Fasnacht.

Neues Wasserrad beim Schloss Hallwil

Neues Wasserrad beim Schloss Hallwil

Die Mühle vom Schloss Hallwil erhält ein neues Wasserrad. Dass der „Mühle-Doktor“ ein passendes Herzstück für die Mühle gefunden hat, ist ein Riesenglück.

Jeweils an drei Tagen pro Woche, von Dienstag bis Donnerstag, können die Schlossbesucher die Arbeiten vor Ort laufend verfolgen. Läuft alles nach Plan, soll das neue Wasserrad bis im September fertig sein und auf der Seite des historischen Mühlegebäudes aus dem 17. Jahrhundert montiert werden.

Zwei Anpassungen erlaubte sich Fasnacht. Im Zentrum der beiden Wasserräder befindet sich je eine Rosette aus Metall. Gestern wurde die erste von Fasnacht, Zimmermann Martin Hoffmann und Restaurator Thomas Imfeld erstmals auf den Riesboden gehievt. Zudem wird das Rad mit 48 statt wie bisher mit 40 Schaufeln ausgestattet, um einen ruhigeren Betrieb zu gewährleisten: «Im Zweifel ist enger zu schaufeln», zitierte Fasnacht aus einem alten Handbuch.

Das Wasserrad kommt an einen historischen Ort. Ab dem 14. Jahrhundert, so Museum-Aargau-Kurator Thomas Frei, nutzten die Herren von Hallwyl, die Wasserkraft des Sees aus. Zuerst für eine Getreidemühle, später auch als Sägerei, Hanfreibe und Bleiche.

Nach 1920, nach dem Rückbau der nahen Ziegelei, wurde das Wasserrad von Wilhelmina von Hallwyl wieder aktiviert. «Zu Showzwecken», so Thomas Frei: «Der Kanton hält sich nun an diese Vorgabe.» Doch irgendwo schlummert die Idee, einen Generator anzuschliessen und das Schloss mit eigenem Strom zu versorgen.

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