Hendschiken

Das Haus muss weg, koste es was es wolle

Bei Erwin und Melanie krieselts.

Bei Erwin und Melanie krieselts.

Ein Hausverkauf gerät in der neuen Produktion vom Theater Hendschiken zur rasanten Komödie.

Im Gegensatz zum alten Haus von Rocky Docky hat die abgeschiedene Traumvilla oberhalb Hendschikens noch gar nichts erlebt. Zwar wurde sie nach der Fertigstellung gepriesen, gekürt und vielfach abgelichtet, doch ein Käufer liess sich nicht finden.

Fünf Jahre steht das Haus schon leer. Jetzt soll es endlich an den Mann gebracht werden. Koste es was es wolle, auch das Ansehen und die Integrität aller Beteiligten. «D’Alp-Traum-Villa» heisst das Lustspiel in drei Akten, welches das Theater Hendschiken ab Freitag in der Turnhalle von Hendschiken zur Aufführung bringt. Für die Theatergruppe der Turnenden Vereine ist es die insgesamt 14. Produktion, zum siebten Mal führt Ueli Körner Regie. Anders als in vergangenen Jahren übernimmt er aber selber keine Rolle im Theater.

Das Haus, um das es im Stück geht, hat ungewöhnlich viele Eingänge. «In der Alp-Traum-Villa gibt es insgesamt neun Türen, die den elf Spielern für Auf-und Abtritte dienen. Auf der Bühne herrscht sehr viel Bewegung«, erklärt Ueli Körner während der Probe am vergangenen Dienstag. Diese Bewegungen zu koordinieren, sei die grosse Herausforderung bei der Erarbeitung des Theaters gewesen. Dafür war es nötig, bei den Proben vom Zuschauerraum aus den Überblick zu behalten. Viel Bewegung also, ein hektisches und wirres Durcheinander zuweilen, aber auch ein miserabel abgestimmtes Täuschungsmanöver lassen den im Zentrum der Aufführung stehenden Hausverkauf sich zur überraschungsreichen Komödie entfalten.

Spielverderber im besten Sinne

Das Drehbuch für das Immobiliengeschäft ist schnell auseinandergelegt. Verkaufsleiter und Nationalratskandidat Erwin Meili (gespielt von Markus Obi) und das per Gage verpflichtete Werbegesicht Melanie Simon (Andrea Barth) gehen eine Ehe auf Zeit ein, um die angezählte Villa als attraktiven Lebensmittelpunkt zu präsentieren und den interessierten und extra angereisten Monsieur de Manière für den Erwerb zu begeistern. Der Plan, obwohl nicht im Mindesten zu Ende gedacht, scheint aufzugehen. Doch ein dichter Nebel sowie die Anwesenheit respektive die Ankunft verschiedener Spielverderber, machen einen Strich durch die Verkaufsrechnung und sorgen für viele delikate Momente auf der Bühne und sicher viel Belustigung beim Publikum.

Die Probe vergangene Woche zeigte, dass die Schauspieler für die Premiere gerüstet sind. Das Zusammenspiel funktioniert und das Timing, in diesem Stück von grosser Wichtigkeit, stimmt. Die teilweise langjährige Erfahrung im Laienspiel zeigt sich, wenn die Akteure mühelos und flink von einer Rolle in die nächste schlüpfen. «Das Theater Hendschiken nimmt sich alle zwei Jahre vor, dem Publikum einen unbeschwerten und gemütlichen Abend schenken zu können« , sagt Ueli Körner. «Wir wollen die Leute für einen Abend aus dem Alltag herausholen.» Das sollte mit der «Alp-Traum-Villa» spielend gelingen.

Aufführungsdaten am Freitag, 6. November und Samstag, 7. November,
20 Uhr; Sonntag, 8. November, 14 Uhr; Donnerstag, 12. November bis Samstag, 14. November, 20 Uhr

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