Lenzburg
Das «Haus der Gegenwart» ist eine Plattform

Das Baugesuch für das permanente Stapferhaus-Ausstellungsgebäude liegt auf.

Fritz Thut
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Visualisierung des Hauses der Gegenwart beim Lenzburger Bahnhof. Pool Architekten, Zürich

Visualisierung des Hauses der Gegenwart beim Lenzburger Bahnhof. Pool Architekten, Zürich

pool Architekten, Zürich

«Wir wollen der Stiftung Stapferhaus eine Plattform bieten, damit weiter derart kreative Ausstellungen möglich sind.» So umschreibt David Leuthold, Architekt und Partner der «pool Architekten Zürich», das Ziel des neuen «Haus der Gegenwart», direkt beim Bahnhof Lenzburg. Das Baugesuch für das 12,3 Millionen Franken teure Projekt liegt seit letztem Freitag auf dem Stadtbauamt auf.

Nicht beabsichtigt, aber passend, fand am gleichen Tag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Prosecco der Kulturkommission ein Gespräch über die Architektur des Siegerprojektes für die künftige permanente Lokalität der Stapferhaus-Ausstellungen statt. Leuthold und sein Architektenkollege Thomas Friberg erläuterten Corina Eichenberger ihre Überlegungen bei der Ausarbeitung des «Blauen Hauses», wie sie ihre Wettbewerbseingabe nannten.

Nationalrätin Corina Eichenberger ist nicht nur Präsidentin der Stiftung Stapferhaus, sondern war auch Mitglied der Jury des anonym durchgeführten Wettbewerbs an dem pool Architekten 17 Mitbewerber bezwungen hatten. «Für die Büros ging es darum, kein Museum im traditionellen Sinn zu entwerfen», sagte sie. Den Vorstellungen der Jurymitglieder kamen die «pool Architekten» am nächsten; der Entscheid fiel vor 15 Monaten einstimmig.

Das Gespräch mit Eichenberger, die nicht Mitglied der Baukommission ist, und die anschliessende Publikumsdiskussion zeigten deutlich, weshalb die «pool Architekten» den Planungsauftrag zu Recht bekommen haben. Anders als bei andern Ausstellungsräumen oder Museum wollen sich hier nicht die Architekten mit ihrer Kunst ins Zentrum stellen, sondern sie stellen sich ganz in den Dienst der späteren Benutzer – und damit auch der zahlreichen Besucher, die das Stapferhaus auch am fixen Ort anlocken will.

Moderne Holzbauweise

«Die Flexibilität der Räume war schon eine grosse Hausforderung», räumte Friberg ein. Auf zwei Ebenen und auch im Aussenbereich beim Eingang liefert das Projekt dem Stapferhausteam den nötigen Rahmen, um weiterhin mit Ausstellungen zu aktuellen Themen wie jetzt im Zeughausareal für Furore zu sorgen. «Wir wollen den Machern die Vielfalt, Lebendigkeit und Spontaneität erhalten», so Leuthold.

Im Hinblick auf die Praktikabilität wurde das Siegerprojekt bis zur jetzt erfolgten Baueingabe überarbeitet und konkretisiert. Die Pflichtparkplätze mietet man extern zu und die Ausführung erfolgt in Holzbauweise. Die passiert sich nicht im Retro-, sondern in einem zeitgemässen Stil: «Das ‹Haus der Gegenwart› soll eine gewisse Eleganz haben», so Architekt Leuthold.

Infoveranstaltung vor Ort. Am Samstag, 28. Mai, von 10 bis 14 Uhr wird das Projekt bei den Parkplätzen neben der Neuen Aargauer Bank vor Ort bei Kaffee und Kuchen vorgestellt.