Seengen
Das grosse Staunen

Der Christkindli-Märt bot sinnliche Genüsse, ohne die Gelegenheit zu adventlich-besinnlichem Sein zu vergessen.

Peter Weingartner
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Von oben hat man den besten Blick.
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Von oben hat man den besten Blick.
Ein Versli für den Samichlaus
Ein Versli für den Samichlaus
Ein Versli für den Samichlaus.
Christkindli-Märt Seengen
Magenbrot darf nie fehlen.
Die Jodler schenken Glühwein aus.

Von oben hat man den besten Blick.

Peter Weingartner

Einkaufslisten sieht man keine am 21. Seenger Christkindli-Märt. «Wir lassen uns von den leuchtenden Augen der Kinder leiten», sagt Mike Balmer. Die junge Familie ist neu wohnhaft in Seengen und zum ersten Mal am Märt dabei. Sie geniessen den Trubel, vor allem der Sohnemann auf Papas Schultern. Er sieht mehr als sein Geschwisterchen im Kinderwagen.

Am späteren Nachmittag spürt manch ein Besucher ein Hüngerchen und nimmt Witterung auf. Diese Gerüche! Chnoblibrot ist nicht jedermanns Sache. Gebrannte Mandeln, Bratwurst, Raclette oder Gulaschsuppe? Was darfs denn sein? Und in welcher Reihenfolge? Jeder Geschmack wird bedient. Nicht fehlen darf jenes halbgeistige Getränk, welches jeden Weihnachtsmarkt von einem kommunen Warenmarkt abhebt: Glühwein. Das Jodlerchörli Seengen bahnt sich mit einer mobilen Glühwein-Station einen Weg durchs Getümmel. «Unser Glühwein ist der beste», plagiert Roland Sandmeier, «und wir haben seit 21 Jahren den gleichen Preis.» Er könnte einem Elch einen Kühlschrank verkaufen. «Mit Kräutern aus dem Diemtigtal», hebt er wieder an, Kollege Matthias Stöckli und er seien mit Herzblut dabei. Wer möchte daran zweifeln?

Auch der Samichlaus ist unterwegs. Gegen ein Versli rückt er ein Säckli heraus, doch bereits um 18 Uhr ist sein grosser Sack leer. Dafür hört man nun Geissle-Chlöpfer zu den Klängen des Karussells ihrem Hobby frönen. Etwas für Auge, Ohr und die Nase bietet der Leutwiler Drechsler Jürg Hintermann. Eine Traube Schaulustiger schart sich um ihn, wenn er auf spontane Bestellung ein Stück Holz bearbeitet.

Kunsthandwerkliche Produkte aus verschiedenen Materialen suchen Käufer, derweil Banken und Versicherungen mit kleinen Präsenten aufwarten: Die eine Bank offeriert gegen ein Lächeln Marroni, ein Mitbewerber Nüssli und Mandarinli. Wem aber der Rummel zu viel wird, der zieht sich in die «Oase der Ruhe und Besinnung» zurück, in die Kirche.