Seetal/Wynenthal
Das «Dorfheftli» expandiert in weitere Gemeinden

In bereits sieben Gemeinden der Region Seetal und Wynental erscheint jeden Monat ein individuelles «Dorfheftli» der Reinacher Artwork AG. Nun sollen weitere Dörfer dazustossen. Das Team von Heinz Barth ist damit auf Erfolgs- und Expansionskurs.

Pascal Meier
Drucken
Teilen
Erfolgreich mit ihren «Dorfheftli» (v.l.): Heinz Barth, Thomas Moor und Hans Ruedi Eichenberger

Erfolgreich mit ihren «Dorfheftli» (v.l.): Heinz Barth, Thomas Moor und Hans Ruedi Eichenberger

Pascal Meier

Kleine Welt der Dorfzeitungen

In vielen Gemeinden erscheint regelmässig eine Dorfzeitung. Diese entsprechen einem Bedürfnis, sagen Gemeindeammänner. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Die sieben «Dorfheftli» der Reinacher Artwork AG

Die sieben «Dorfheftli» der Reinacher Artwork AG

Pascal Meier

Rote Köpfe in Beinwil am See

Die Gründung des «Dorfheftli» in Beinwil am See durch Heinz Barth hatte Anfang 2011 für grossen Wirbel gesorgt. Denn in der Gemeinde am Hallwilersee erscheint bereits seit 1980 eine Dorfzeitung mit dem Namen «Böjuer». Der Herausgeber Willy Thurnherr fühlte sich vor den Kopf gestossen und druckte kurzerhand ein «Extrablatt», in welchem er die neue Konkurrenz durch Heinz Barth verurteilte. Dieser argumentierte damals, dass durch den Wegzug der Familie Thurnherr (inklusive Druckerei) der Bezug der Zeitung zum Dorfgeschehen fehle. Inzwischen haben sich die Wogen etwas geglättet: «Obwohl das ganze damals unschön abgelaufen ist, haben wir uns mit der neuen Konkurrenz abgefunden», sagt Willy Thurnherr heute - und findet sogar lobende Worte für das «Dorfheftli» von Heinz Barth und dessen Team. «Dieses ist schön gemacht und in einer Qualität hergestellt, die unsere Möglichkeiten leider übersteigt.» Ihre eigene Dorfzeitung wollen Willy und Marjory Thurnherr trotzdem weiterhin veröffentlichen. (pi)

Ein neues «Dorfheftli» wird nur lanciert, wenn der entsprechende Gemeinderat einverstanden ist. Widerstände gibt es kaum, denn das Konzept ist eine Win-Win-Situation: Die Bevölkerung erhält frei Haus eine Dorfzeitung, die Inserenten eine Werbeplattform, der Gemeinderat kann über aktuelle Geschäfte informieren – und die «Dorfheftli»-Macher verdienen damit Geld. Letzteres jedoch noch spärlich, denn die «Dorfheftli» werfen kaum Geld ab. «Nicht alle Gemeinden haben ein starkes Gewerbe, das bei uns inserieren kann», erklärt Heinz Barth, dessen Werbeagentur durch die Expansion der «Dorfheftli» innert zwei Jahren von zwei auf sechs Personen gewachsen ist.

Starke Online-Strategie

Nebst Heinz Barth als Gründer und Aussendienstmitarbeiter Hans Ruedi Eichenberger steht das «Dorfheftli» vor allem für einen Namen: Thomas Moor. Wo immer in den sieben Gemeinden musiziert, debattiert und gefeiert wird, ist der Redaktor und Fotograf für das «Dorfheftli» mit dabei. Vor allem am Abend und Wochenende steht Thomas Moor im Dauereinsatz. «Es ist zeitlich und organisatorisch aufwendig, gleichzeitig sieben Gemeinden abzudecken, aber auch spannend», sagt Moor. «An einem Wochenende kommen schnell einmal sieben bis zehn Veranstaltungen zusammen.»

Der einmonatige Erscheinungsrhythmus wirkt dabei nur vordergründig als lockeres Arbeitsumfeld: Kaum ist eine Veranstaltung vorbei, veröffentlicht Thomas Moor erste Fotos auf Facebook. Am nächsten Tag werden Text und Fotos auf der «Dorfheftli»-Internetseite publiziert. «So können wir trotz monatlichem Erscheinungsrhythmus aktuell berichten», erklärt Heinz Barth.

Gutes Echo von Gemeinderäten

In den Gemeinden kommt das an. «Neben dem ‹Wynentaler Blatt› als offizielles Publikationsorgan ist das ‹Dorfheftli› für uns ein wichtiges Medium, um die Bevölkerung zu informieren», sagt Peter Lenzin, Gemeindeammann von Beinwil am See. In der Bevölkerung habe das monatliche Dorfmagazin eine grosse Akzeptanz. Lenzin: «Wir arbeiten deshalb eng mit der Redaktion zusammen.»

Auch in der Seetaler Gemeinde Leutwil stösst das «Dorfheftli» auf Interesse. «Für uns ist dieses ein Gewinn», so Gemeindeammann Walter Scheurer. Einige Bürger würden jedoch bedauern, dass das frühere Infoblatt der Gemeindekanzlei durch das «Dorfheftli» ersetzt wurde, das zwar vierfarbig und regelmässiger erscheint, dafür jedoch mit Werbung daherkommt. «Im Grossen und Ganzen ist das ‹Dorfheftli› aber etwas Gutes», so Walter Scheurer.

Aktuelle Nachrichten