Schafisheim

Das Brunnen- und Blumendorf will sein bäuerliches Erbe erhalten und ausbauen

Gemeindeammann Roland Huggler, Gemeinderätin Nadine Widmer und Vizeammann André Kreis (v.r.) beim Kehrbrunnen. Es ist der bekannteste der 22 Brunnen im ganzen Dorf.

Gemeindeammann Roland Huggler, Gemeinderätin Nadine Widmer und Vizeammann André Kreis (v.r.) beim Kehrbrunnen. Es ist der bekannteste der 22 Brunnen im ganzen Dorf.

Mit der Sanierung der Kantonsstrasse will sich die Gemeinde neu positionieren.

Mit der Sanierung der Seetalstrasse ist vor Monatsfrist eines der aktuell grössten Strassenbauprojekte des Kantons in Angriff genommen worden. In den nächsten rund 3,5 Jahren will das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) für 16,8 Millionen Franken die Seetalstrasse und die Lenzburgerstrasse in Schafisheim sanieren. «Die Arbeiten gehen voran. Die geplanten Termine sollten unter der Voraussetzung, dass das Wetter mitmacht, eingehalten werden können», lässt der bei der Abteilung Tiefbau zuständige Projektleiter Mathias Blaser verlauten und ergänzt: «Es sind aber gewisse Herausforderungen im Zusammenhang mit den Werkleitungsarbeiten und der Verkehrsführung zu meistern.» Bis im November wird die Etappe Ortsdurchfahrt saniert, und zwar auf dem Streckenabschnitt vom Kreisel Kehrbrunnenplatz bis zur Innerorts-/Ausserortsgrenze nach Seon.

Bisher war vor allem von der Strassenerneuerung die Rede. Die augenfällig vielen Brunnen, welche die Ortsdurchfahrt säumen, kamen kaum zur Sprache. Auch sie sind von der aktuellen Bautätigkeit betroffen. Im Rahmen der Strassensanierung sollen in Schofise nämlich auch jene Merkmale stärker akzentuiert werden, welche das Ortsbild in der Vergangenheit prägten. So hofft man, den bäuerlichen Charakter des Dorfes in die Zukunft zu retten. Dazu sind verschiedene Massnahmen nötig, erklärt Vizeammann André Kreis: «Entlang der Strasse werden alle Brunnen gleich positioniert und der Länge nach aufgestellt.» Kreis ist im Gemeinderat für die Werke, das heisst auch für das Wasser, zuständig. Er ist dafür besorgt, dass das Quellwasser auch in Zukunft aus jenen Brunnenröhren sprudelt, die um einen Viertel gedreht oder gar umplatziert werden müssen. Die Brunnen werden alle mit Bsetzisteinen umrandet, um ihren dekorativen Charakter zu unterstreichen. Mit der optimalen Positionierung könnten die teilweise über 130-jährigen Zeitzeugen für den schnellen und langsamen Verkehr besser sichtbar gemacht werden.

Neuer spezieller Brunnen

In der rund 3000 Seelen-Gemeinde existieren heute noch 22 Brunnen. Sechs davon stehen im aktuell in Arbeit stehenden Bauabschnitt. Hinzu kommt noch ein siebter Brunnen. Er wird neu gebaut und an prominenter Stelle bei der Mehrzweckhalle positioniert. Ihm soll auch eine spezielle Bedeutung zukommen, erklärt die für Raumplanung und Strassen zuständige Gemeinderätin Nadine Widmer. «Dieser Brunnen wird etwas grösser werden und eine etwas speziellere Form haben.» Er soll nebst dem Kehrbrunnen, der dem Kreisel im Zentrum den Namen gibt, ein weiterer Eckpfeiler im Dorf werden. Bei der Mehrzweckhalle soll nämlich ein neuer Begegnungsort in der Gemeinde entstehen. Der Platz wird zusätzlich verschönert. Bäume werden gepflanzt und die Sitzbänke, die vor der einstigen Post standen, werden dorthin umplatziert. Der bereits bestehende Bus-Wendeplatz des Regionalbus Lenzburg wird neu angelegt, es können in Zukunft weniger Autos abgestellt werden. Die Parkplätze sollen in Zukunft bewirtschaftet werden.

Freuen dürfen sich die Velofahrer: Für sie gibt es beim Postgebäude zusätzliche Abstellplätze.

Blühende Brunnen belohnen

Das bäuerliche Erbe will Schafisheim sich mit einer weiteren optisch wirkungsvollen Aktion sichern. Anstelle blühender Gärten vor den Häusern entlang der Hauptstrasse soll es in Zukunft auf den zahlreichen Brunnenstöcken spriessen. Mit den verschiedenen Gärtnern, Gartenbauern und Feldern mit Blumen zum selber pflücken in Schofise will man sich als Blumendorf positionieren. Brunnenbesitzer, die ihre Brunnen mit einer farbigen Blütenpracht schmücken, sollen belohnt werden, sagt Gemeindeammann Roland Huggler: «Der Gemeinderat überlegt sich, die privaten Initiativen zur Brunnenverschönerung mit einem Beitrag zu unterstützen.»

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