Lenzburger Schulen
Dank Videoüberwachung weniger Littering - doch Eltern sind nicht zufrieden

Die Videokameras auf den Schularealen in Lenzburg zeigen Wirkung, obwohl sie nur ausserhalb der Schulzeiten filmen: Es liegt weniger Abfall rum. Trotzdem sind einige Eltern damit nicht zufrieden: Sie fordern mehr Überwachung.

Carla Stampfli
Merken
Drucken
Teilen
Kameras sollten in der Stadt Thun die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden erhöhen – nun wird die Videoüberwachung wieder eingestellt. symbolbild: Pascal Meier

Kameras sollten in der Stadt Thun die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden erhöhen – nun wird die Videoüberwachung wieder eingestellt. symbolbild: Pascal Meier

Pascal Meier

An zwölf verschiedenen Orten sind sie montiert, die Überwachungskameras auf den Schularealen Angelrain und Lenzhard. Sie sind auf jene Stellen gerichtet, an denen in der Vergangenheit unter anderem gesprayt, Scheiben eingeschlagen und Abfallberge liegengelassen wurden: Vier Apparate stehen auf dem Angelrain-Areal, sieben auf dem Lenzhard-Campus, eine bei der Entsorgungsstelle. Die Kameras waren vier Jahre lang ausgeschaltet: Aufgrund geänderter Datenschutzbestimmungen mussten zuerst klare Richtlinien zur Videoüberwachung des öffentlichen Raums aufgearbeitet werden. Seit 1. März 2014 liegt das Reglement vor, die Kameras überwachen wieder.

«Der präventive Charakter wirkt», zieht Edgar Kohler, Leiter der Sekundar- und Realschule im Lenzhard, Fazit. Seitdem die Kameras wieder überwachen, habe es wenige Vorfälle gegeben. Die Situation habe sich vor allem in Bezug auf das Littering verbessert, bei der Entsorgungsstelle sogar wesentlich. Nur einmal, so Edgar Kohler, sei es nötig gewesen, das Videomaterial im Nachhinein einzusehen. Dies, nachdem man eine «riesige Sauerei» vorgefunden habe. Die Abfallsünder, seien schwer zu eruieren gewesen, die Menschen-Ansammlung sei an jenem Tat-Wochenende gross gewesen. Grundsätzlich ist Edgar Kohler der Auffassung, dass die Überwachungskameras abschreckend wirken.

Littering dank Kamera reduziert

Diese Meinung teilt Emil Klaus, Leiter der Bezirksschule im Angelrain. Vor allem an den Stellen, wo die Kameras installiert seien und nachts die Lichtsensoren automatisch einschalten, gebe es weniger Littering. Wie auf dem Schulgelände Lenzhard war es auch im Angelrain nur einmal vonnöten, die aufgezeichneten Aufnahmen einzusehen: Am 1. August hat ein Feuerwerkskörper den Briefkasten beschädigt. Der Schaden sei zwar nicht gross gewesen, so der Bezirksschulleiter, «dennoch war der Vorfall ärgerlich.»

Die zwölf installierten Videokameras auf den Schularealen filmen nicht das gesamte Gelände, sondern nur neuralgische Stellen und innerhalb der bewilligten Überwachungsperimetern. An diesen Stellen weisen Tafeln darauf hin, dass die Anlage videoüberwacht wird. Weiter bestimmt das Videoüberwachungsreglement, wann die Kameras das Geschehen registrieren: An Schultagen findet die Überwachung von 19 Uhr bis 7 Uhr statt.

Dass der Schulbetrieb nicht aufgezeichnet wird, sorgt bei manchen Eltern für Kopfschütteln. Insbesondere in Bezug auf die häufig vorkommenden Fahrrad-Beschädigungen, sagt Edgar Kohler, würde eine Überwachung erwartet. Eltern würden wissen wollen, wer welches Fahrrad auf dem Gelände beschädigt hat. Auch der Bezirksschulleiter im Angelrain, Emil Klaus, kennt diese Situation.

Die Richtlinien zur Videoüberwachung im öffentlichen Raum sind klar: Die zwölf Kameras auf den Schularealen Angelrain und Lenzhard dürfen nur zu ausserschulischen Zeiten aufzeichnen. Zudem werden die Aufnahmen, falls keine Widerhandlung festgestellt wird, nach einer bestimmten Zeit auf den Speichermedien automatisch gelöscht oder überschrieben.