Seon

Dank der Spende einer Witwe ist der Fürweiher wieder ein Idyll

Die Mitglieder der Naturschutzkommission freuen sich über den fertiggestellten Fürweiher. Von links: André Hunziker, ehemaliger Bezirksschullehrer, Andrea Hollinger, Vizeammann, Matthias Schatzmann, Landwirt, Marcel Blanc, Mitarbeiter Werkdienst und Victor Condreau, Landschaftsarchitekt.

Die Mitglieder der Naturschutzkommission freuen sich über den fertiggestellten Fürweiher. Von links: André Hunziker, ehemaliger Bezirksschullehrer, Andrea Hollinger, Vizeammann, Matthias Schatzmann, Landwirt, Marcel Blanc, Mitarbeiter Werkdienst und Victor Condreau, Landschaftsarchitekt.

Die Naturkommission hat aus dem früher verschlammten Fürweiher in Seon ein Amphibien-Paradies gemacht. 28'000 Franken hat die Renaturierung gekostet.

Es ist drei Jahre her, seit die Gemeinde Seon den Fürweiher von einer Bürgerin geschenkt bekam. Zuvor war der Weiher über viele Jahre hinweg in privater Hand und diente unter anderem als Fischerparadies. Eine inzwischen verstorbene Witwe kaufte den Weiher und schenkte ihn der Gemeinde. Ihre Absicht dabei: Etwas Gutes für die Seener Natur tun. Das Grundstück westlich der Aussendorfstrasse, welches seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurde, war von Pflanzen überwachsen.

Der Weiher hat geleckt und war voller Schlamm. Vor zwei Jahren nahm sich die Naturschutzkommission dem Problem an. Realisiert wurde das Projekt im Januar dieses Jahres. Mitarbeiter des Bauamtes und Forstdienstes entfernten Büsche und Bäume und die Plastik- und Holzverbauungen rund um das Ufer. Auch ein altes Schöpfli, auf dem Grundstück, wurde abgerissen. Bleiben durfte ein ebenfalls in die Jahre gekommenes Bienenhüsli.

«Ein Imker aus der Region hat sich bei uns gemeldet und Interesse an der Bewirtschaftung bekundet. Bienen sind wichtig für die Natur, für uns gab es keinen Grund abzulehnen», erklärt Vizeammann und Kommissionsmitglied Andrea Hollinger. Das Bienenhüsli ist inzwischen wieder bevölkert.

Ein Weiher voller Schlamm

Auch der Weiher wurde von Grund auf saniert. «Die defekten Leitungen wurden entfernt und der Weiher einmal komplett ausgebaggert, zusätzlich wurde eine Lehmschicht eingebaut um zukünftiges Lecken zu verhindern», erklärt Landschaftsarchitekt Victor Condreau. Hinter dem Bienenhüsli liegt ein zweiter, kleinerer Weiher. Dieser fungiert als Schlammsammler und erledigt seinen Job bereits.

«Vorne am Weiher setzt sich der erste Schlamm an. Der Vorteil hier ist, dass wir den Weiher ausbaggern können», erklärt Landwirt Matthias Schatzmann. Grosse Mengen an Schlamm verhindern eine Artenvielfalt. Dieses Problem konnte durch die Ausbaggerung gelöst werden. «Der Bagger war noch nicht weg, da hatten schon die ersten Tiere im Weiher gelaicht», erzählt Andrea Hollinger erfreut.

Inzwischen ist das Ufer rund um den Weiher von unzähligen kleinen Fröschen besiedelt. Auch der ehemalige Biologielehrer André Hunziker zeigt sich begeistert: «Ich habe selten gesehen, dass sich nach kurzer Zeit so viele Amphibien an einem Ort angesiedelt haben.» Mitte April konnte das Projekt «Renaturierung Fürweiher» fertiggestellt werden.

Gekostet haben die Arbeiten rund 28 000 Franken. Damit blieb man 9000 Franken unter dem Budget. 60 Prozent der Kosten übernimmt die Gemeinde, den Rest der Kanton. Bei der Naturschutzkommission freue man sich über das gelungene Projekt, sagt Andrea Hollinger: «Wir werden uns weiterhin um die Instandhaltung des Weihers kümmern und freuen uns natürlich auch auf zukünftige Projekte.»

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