Ist der Mensch Daniel Mosimann zufrieden, wenn er bei der Morgentoilette dem Stadtammann Daniel Mosimann in die Augen schaut? Mit dieser Frage startete Moderatorin Ruth Steiner das Gespräch mit dem seit Anfang Jahr amtierenden Ammann.

Er habe «kein schlechtes Gewissen» wenn er in den Spiegel schaue, deutete Mosimann mehrheitliche Zufriedenheit mit seiner bisherigen Regentschaft an.

Es gebe zwar auch andere Momente, doch sei er erfreut wie der Stadtrat «als Team auftritt» und in Sachfragen so Entlastung für den Ammann schaffe. So entgegnet Mosimann Kritikern, die seine eigene Handschrift noch vermissen: «Ich will langsam, aber beharrlich vorwärtskommen.»

Mal originell, mal unverblümt direkt fühlte Ruth Steiner dem Stadtammann auf den Zahn und traf dabei offensichtlich jene Themen, die die anwesenden Gewerbler interessierten. Aus Publikum wurde nur selten nachgehakt.

Steuerfuss: Licht am Tunnelende?

Die Herausforderung seiner homogen wirkenden Mannschaft durch die Grünliberalen bei den kommenden Gesamterneuerungswahlen im September, konterte Mosimann mit dem Hinweis auf unverständliche Diskrepanzen dieser Partei bei der Haltung zu Grünflächen in der Stadt.

Konkrete Angaben zu politischen Dauerbrennern waren dem Stadtammann ebenfalls zu entlocken: Noch in diesem Jahr will Lenzburg das Gesuch zur Erlangung des Labels Energiestadt einreichen.

Und auch in Sachen Bahnhofplatzgestaltung solls noch heuer vorwärtsgehen. Die Begleitkommission reicht nächste Woche ihren Bericht ein: «Fällt der nicht vernichtend aus, kommt der Projektierungskredit noch 2013 vor den Einwohnerrat.»

Bei verschiedenen Bereichen liess sich Mosimann «nicht aufs Glatteis führen»: Eine Senkung des Steuerfusses kommt angesichts der anstehenden Investitionen im Bildungswesen vorerst nicht infrage. «Licht am Ende des Tunnels ist jedoch in Sicht», vertraute er den Gewerblern an. Termin gibts keinen, also irgendwann.

Von leisen und lauten Tönen

Der SP-Mann wurde auch auf die rege Bautätigkeit seines FDP-Vorgängers Hans Huber angesprochen: Gibt es Baukräne, die er gerne abmontieren würde? Mitnichten, antwortete Mosimann: «Was man angefangen hat, soll man auch fertig machen. Und es ist in Lenzburg vieles angefangen; da muss man durch.»

Das Gespräch endete wie es begonnen hatte. Mit einer persönlichen Frage. Diesmal nach der oft vermissten Emotionalität. Auch hier blieb Mosimann souverän: «Wenn man laut werden muss; hat man vorher beim Leisen etwas falsch gemacht.»