Birrwil
Country-Night: Wo das Seetal auf Amerika trifft

Tanzen und Schwitzen zu Countrymusic und Rock’n’ Roll an der 27. Country-Night in Birrwil.

Peter Weingartner (Text und Fotos)
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An der Country-Night in Birrwil schwitzt und tanzt man zu Countrymusic und Rock’n’ Roll
7 Bilder
Er zählt mit.
Der Indianer mit seiner Pfeife.
Linedance macht Spass.
Gregory Larsen 2
Karo ist Trumpf.
Bewegung macht glücklich.

An der Country-Night in Birrwil schwitzt und tanzt man zu Countrymusic und Rock’n’ Roll

Peter Weingartner

Myron Kästli steht auf der Tanzfläche in der Mehrzweckhalle Birrwil und schaut den Frauen in rot-weiss karierten Blusen auf die Beine, die Füsse. Der Zehnjährige versucht, die Schritte nachzumachen, welche die Frauen der Wyna West Linedancer auf den Boden legen. «Ich tanze gerne, egal zu welcher Musik», sagt er später vor dem Teller Pommes frites.

Pferdegeschirr hängt an der Sprossenwand, Wäsche quer durch die Halle an Leinen, und Flaggen von Montana bis Oregon schmücken die Fenster. Von der Decke hängt gar eine Galgenschlinge. Büffelkopf, Bärenkopf. Mythos Amerika. Myrons Vater hats nicht mit der aktuellen Politik dort, doch das Land fasziniert offensichtlich. Nicht nur jenen Geländefahrzeugfahrer mit einem Pro-Tell-Kleber am Fahrzeug. Westernstimmung: Viele tragen karierte Hemden und Cowboy-Hüte, auch Myron hat beim Essen einen mit Feder auf dem Kopf. «Die hab ich in den Bergen gefunden», sagt er.

Auf der Bühne heizt Gregory Larsen, der Amerikaner in Beinwil am See, mit seiner Band tüchtig ein. Zu Ehren des kürzlich verstorbenen Chuck Berry spielt die Band drei Stücke des Alt-Rock’n’Rollers. Die Linedancers sind hin und weg, denn der Rhythmus von «Johnny B. Goode», «Maybelline» und «Roll over Beethoven» fährt umweglos in die Beine. Da können sie anwenden, was sie eben im Workshop gelernt haben.

In der Bar bekommt derweil Sheriff Martin Gosteli Verhaftungsaufträge. Ein Bar-Gehilfe wird eingebuchtet, weil er zum Pascha werde und auf dem Rücksitz Whisky trinke. Eine Linedancerin klagt eine Kollegin an, weil jene verkehrt herum tanzt. Zwei Franken, und die Handschellen schnappen zu. Sogar für Gregory Larsen liegt ein Befehl bereit. Der Grund: Auch Johnny Cash hat im Gefängnis gespielt.

Der einzige Indianer ist der Berner Oberländer Urs Würsten. Er macht Werbung für das Winnetou-Theater in Engelberg diesen Sommer. Und erstmals als Verein dabei sind die Lucky-Liners aus Othmarsingen, ein reiner Frauenverein. «Leider», sagt Leiterin Monika Roth. Und schon ruft wieder die fröhliche Musik.

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