«Das Jugendfest ist Pflicht!»

Anna Krebs (26) ist eine waschechte Lenzburgerin, die nach Berlin ausgezogen ist, um Arbeitserfahrung zu sammeln. Für das Jugendfest zurückzukommen, ist für sie eine Selbstverständlichkeit. «Das erste, das ich bei meinem Stellenantritt gemacht habe, einen Ferientag für das Jugendfest zu beantragen», sagt sie. «Das Jugendfest ist für mich seit klein auf eines der Highlights im Jahr.» Der schönste Moment ist für Anna Krebs jeweils der Kaffee morgens im Art Cigar, vor den Ansprachen.

«Ich geniesse das sehr, dann ist die Vorfreude am grössten», sagt sie. Aber auch das Feuerwerk als Abschluss des Tages sei ein Höhepunkt. Sie schaut gern der Jugend beim Umzug zu und freut sich, dass sie beim Manöver auch als Erwachsene mitmachen kann. Wenn sie an ihre Jugendfeste in der Kindheit denkt, kommen ihr der Knicks und die Lunapark-Bons in den Sinn.

«Ich bin in Lenzburg daheim»

Hans-Peter Senn in seinem Daheim in Lenzburg, dem Hotel «Ochsen».

Hans-Peter Senn in seinem Daheim in Lenzburg, dem Hotel «Ochsen».

Hans-Peter Senn wohnt seit 34 Jahren in Florida. «Doch daheim bin ich in Lenzburg»,sagt der 71-Jährige. Hier ist er aufgewachsen. Als Monteur bei der Firma Müller Martini ist er in der ganzen Welt herumgekommen und hat sich schliesslich in der Nähe von Tampa am Golf von Mexiko niedergelassen. Vorher hat er in Japan und in Saudi Arabien gewohnt. Für das Jugendfest ist er immer zurückgekommen.

«Diese Tradition hat für mich eine grosse Bedeutung», sagt er. Noch heute kann sich Senn gut daran erinnern, als er das erste Mal in Uniform als Trompeter der Kadettenmusik mitmarschieren durfte. «Mit der weissen Kordel – das war der grösste Tag», sagt er. Ein paar Jahre später war er stolz auf seinen Bruder, der als Hauptmann die Kadetten anführte. Senn kommt oft zurück. Für das Jugendfest hat er sich im «Ochsen» einquartiert, wo er auf der Terrasse den Umzug geniessen wird.

«Haha, die Vorabende auf der Schützi werde ich nie vergessen»

Strandidylle bei Michel Bandi in Hongkong.

Strandidylle bei Michel Bandi in Hongkong.

«Liebe Grüsse noch aus Hongkong», schrieb Michel Bandi (33) im Mail. Mittlerweile ist er nach Lenzburg zurückgekehrt. Er freut sich, dem «feuchtheissen Sommer Hongkongs zu entkommen und das hoffentlich schöne Wetter in der Schweiz geniessen zu können.»

Vor zwei Jahren ist der Private Banker in die asiatische Finanzmetropole ausgewandert. Er ist in Lenzburg aufgewachsen und hat bis zu seinem Wegzug nach Hongkong hier gewohnt. «Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dieser Zeit und will die Gelegenheit nutzen, mich mit Familie und Freunden zu treffen.»

Hat Michel Bandi spezielle Kindheitserinnerungen an das Jugendfest? «Haha», schreibt er «die Vorabende auf der Schützi werde ich natürlich nie vergessen.» Er denkt aber auch gerne an das Manöver zurück. Als Schüler ist er zusammen mit seinen Kadetten-Gspänli mit Gewehr und in Montur auch bei der grössten Hitze über den Gofi gekraxelt.

Der erste Kuss auf der Schützenmatte

«Der schönste Tag im Jahr». Das sagt der ausgewanderte Christian Häusermann (55) über das Jugendfest. Vor 24 Jahren ist er gen Westen entschwunden, um Englisch zu lernen und Ski zu fahren. «And Party.». Nach so vielen Jahren in Amerika fallen ihm Englisch und Mundart deutlich leichter als Hochdeutsch. Häusermann ist Bauführer und Skilehrer und wohnt in der Nähe von Beaver Creek, dem grössten Skigebiet der USA, in Colorado.

Das Jugendfest sei sein Nationalfeiertag, er hat noch keines ausgelassen. «Hier trifft man so viele Leute und alte Erinnerungen werden wach», sagt er. Ganz spezielle Erinnerungen: «Der Vorabend auf der Schützi, tanzen mit den Meitli und der erste Kuss», sagt Häusermann. Am Jugendfest habe er sich auf die «Ritschuel» gefreut, das Manöver und den Autoscooter. Manchmal vermisse er Lenzburg mit seinen Bräuchen. «Es ist einfach einmalig.»