Seengen
Christkindlimärt mit roter Mütze: «Ich bin das ganze Jahr ein Chlaus»

Am Christkindlimärt mit gut 80 Ständen war der Samichlaus auch im Publikum präsent.

Peter Weingartner
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Das sind die schönsten Chläuse
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Die Schönsten: Chlaus Patrik Fina aus Seengen verkauft Spezialitäten vom Hofladen.
Die Schönsten: Chläusin Ginny Winkler aus Volketswil verarbeitet auch Moose.
Die Schönsten: Chläusin Tanja Keller aus Uezwil verkauft essbare Naturprodukte.
Die Schönsten: Chlaus Fredi Eggenberger aus Seengen bietet Kafi mit Schnaps an.
Die Schönsten: Chläusin Eléonore Studer aus Meisterschwanden stapelt Steine.

Das sind die schönsten Chläuse

«Samichlaus» hiess das Motto des 23. Christkindlimärts in Seengen. Knapp zwei Handvoll der Aussteller setzten sich die rote Mütze auf. So der Tennisclub Hallwilersee, aber auch die drei Schulfreundinnen Salomé Wipf, Melanie Ferra und Melanie Willa. «Schön habt ihr das gemacht», sagt eine Kundin, die für ihre Kinder bei den Mädchen Popcorn ersteht. Die drei Freundinnen haben gebacken und gebastelt und präsentieren ihre Kuchen und Schneemänner richtig anmächelig.

Es liegen Gerüche in der Seenger Luft. Mal stechen süsse Noten heraus, gebrannte Mandeln, Magenbrot, Zigerkrapfen. Dann übernehmen Raclette und Chnoblibrot die Nasen der Märt-Besucher. Die Mischung machts aus, und sie animiert. «Dann muss ich nicht kochen», meint eine Frau und greift beim Raclette zu. Und das Essen ruft nach Flüssigem. Ein Geruch dominiert; allein der Duft gibt warm. Bei Roland Sandmeier vom Jodlerchörli Seengen kommt der Durstige an den Richtigen. Er ist im Aussendienst tätig, unterwegs mit der mobilen Glühwein-Station, und wird auf seiner Tour strassauf strassab nicht nur Tee, sondern auch seine Sprüche los:»Nid verbi laufe – Glüewii chaufe!» Und wenns nichts nützt, droht er mit einer kommenden Kältewelle.

Natürlich hat auch der richtige Samichlaus seinen Auftritt mitten im Märt, begleitet vom Schmutzli, der die mutigen Kinder, jene, die ihr Sprüchli nicht für sich behalten, belohnt. Eine Respektsperson, dieser Chlaus, der einzige mit Vollbart und vollständiger Montur. Im Publikum hats vereinzelt Chläuse, drei mit blauer Mütze und eingebautem Blinker. Und die Aussteller, die sich nicht verkleidet haben? «Ich bin das ganze Jahr ein Chlaus», lacht eine Frau ohne rote Mütze, die Textilien verkauft.

Schönes und Brauchbares

Am Märt machen Unternehmen, Vereine, aber auch viele Hobbyhandwerker und -künstlerinnen mit. Gelegenheit, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Holzarbeiten, Schmuck, Textiles, Naturprodukte aller Art. Essbares und Dekoratives. Schönes und Nützliches. Heidi de Luca beispielsweise hat Holzschilder und -tafeln mit Sprüchen und Worten bemalt: «Nuggi-Parkplatz». Und der Altershilfe-Verein verkauft unter anderem Socken, die die Frauen in den Alterswohnungen jeweils beim Kaffee stricken.

Auch die Banken sind präsent. Und sie machen für einmal Geschenke. Die eine ein solches mit Hintersinn: Sie verschenkt, was die aktuellen Zinsen dem Sparer bringen, Peanuts, Erdnüsse. Chlaus-Atmosphäre schaffen die Chlaus-Chlöpfer; die Kita Seon erzählt Märchen. Man kann Kerzenziehen, Turnern zuschauen oder in der Kirche chlaus- und chlöpflos Ruhe oder Orgelmusik geniessen.

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