Er stand in den letzten Tagen rund um die Uhr unter Strom: Ueli Haller, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee. Drei Jahre hatte er mit seinem Team auf diesen Moment hingearbeitet. Wenige Minuten nach der Einwasserung ist der Druck sichtlich von seinen Schultern abgefallen und er gibt am Ufer neben der «MS 2018» freudestrahlend Auskunft.

Herr Haller, wie geht es Ihnen jetzt?

Ueli Haller: Danke, sehr gut. Ich bin wahnsinnig erleichtert. Wir hätten an so vielen Stellen Probleme haben können, wegen der Grösse, des Gewichts, des Wetters. Aber es ist von A bis Z alles super gelaufen. Genau so, wie wir es geplant hatten. Das Schiff war fast auf die Minute genau im Wasser.

Jetzt schwimmt die «MS 2018» endlich im Hallwilersee. Was bedeutet das Schiff für die SGH?

Sie ist ein echter Meilenstein für unser Unternehmen. Wir haben sehr intensiv in unsere Flotte investiert in den vergangenen Jahren. Damit sind wir natürlich auch ein gewisses finanzielles Risiko eingegangen. Das Geld müssen wir nun wieder hereinfahren.

Was hat Ihr neustes Schiff gekostet und wie wurde es finanziert?

Alles in allem haben Konstruktion, Bau und Spezialtransport von der deutschen Werft bis hierher an den Hallwilersee etwas über 3 Millionen Franken gekostet. Das Geld stammt zu je einem Drittel aus Eigenmitteln, Spenden und Darlehen.

An eine solche Investition sind sicher grosse Erwartungen geknüpft?

Das ist richtig. Das Ziel ist, betriebswirtschaftlich weiter in den schwarzen Zahlen zu fahren, wie uns das in den vergangenen Jahren gelungen ist. Mit der ‹MS 2018› dürfen wir zudem sagen, dass wir punkto Komfort und Technik auf einem Top-Stand sind. Nicht nur jetzt, sondern auf Jahre hinaus.

Manchmal wurde es ganz schön eng und zum Schluss gab es erleichterten Applaus: Das neue Schiff wird auf dem Hallwilersee zu Wasser gelassen

Nach einer langen Reise von Deutschland in den Aargau hat das Hallwilerseeschiff sein Ziel erreicht – am Donnerstag ist die «MS 2018» zu Wasser gelassen worden.

Jetzt schwimmt das Schiff zwar im See, aber es sieht darauf noch nicht wirklich gemütlich aus. Welche Arbeiten stehen noch an?

Zuerst wird das Oberdeck fest verschweisst. Noch heute wassern wir die ‹Fortuna› (Baujahr 1963, sie wird durch die ‹MS 2018› ersetzt) aus. Während die bereits verkaufte ‹Fortuna› am Wochenende den Weg nach Deutschland antritt, werden die Mitarbeiter der Lux-Werft hier im Hafen mit den Fertigstellungsarbeiten auf der ‹MS 2018› beginnen.

Was fehlt noch alles?

Wir haben das Schiff wie eine Wohnung ‹schlüsselfertig› auf den Hallwilersee bestellt. Das heisst, es wird jetzt alles fixfertig installiert, zum Beispiel die Inneneinrichtung, die Brücke und viele weitere technischen Installationen wie Kabel- oder Rohranschlüsse.

Wie lange dauern diese Arbeiten?

Wir haben knapp zwei Wochen Zeit. Am 6. Juni muss alles fertig sein, dann findet die feierliche Schiffstaufe statt.

Apropos Schiffstaufe: Können Sie uns bereits den bislang noch geheimgehaltenen Namen verraten?

Natürlich nicht. Auch Sie erfahren ihn erst am 6. Juni.

Ein kleiner Hinweis vielleicht?

(Lacht.) Er wird sehr schön klingen. Und zu unserer Region passen.

Bilder vom Sondertransport:

Das neue Hallwilerseeschiff wird zu Wasser gelassen

Das neue Hallwilerseeschiff wird zu Wasser gelassen