Lenzburg
Charmante Gastgeberinnen in der bibliophilen Begegnungszone

Lotti Brauen übergibt die Leitung der Stadtbibliothek an Barbara Hediger.

Heiner Halder
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Barbara Hediger (rechts) folgt auf Lotti Brauen als Leiterin der Stadtbibliothek.

Barbara Hediger (rechts) folgt auf Lotti Brauen als Leiterin der Stadtbibliothek.

«Geht heute überhaupt noch jemand in eine Bibliothek?», lautete vor kurzem eine Schlagzeile auf der Kulturseite der Aargauer Zeitung. Was für eine Frage. Die Jahresversammlung erbrachte den Tatbeweis, dass die Lenzburger Stadtbibliothek seit 201 Jahren funktioniert, und das immer noch nachhaltig mit zunehmendem Erfolg.

Im vergangenen Jahr haben rund 33 000 Personen die modernisierten Räumlichkeiten besucht. 250 Mitglieder haben sich neu eingeschrieben, der Rekordwert beläuft sich auf 2650 Benutzer (Vorjahr 2426); die Familien eingerechnet lässt sich dieser Wert verdoppeln. Die Ausleihen steigerten sich auf 108 488 (107 000) Medien. Davon bezogen die Erwachsenen 28 707, Jugendliche und junge Erwachsene 14 853, Kinder 22 187 Bücher. Nonbooks gingen 40 625 über die Theke, die Digitale Bibliothek nutzten 2116. Damit ist belegt, dass das gute alte Buch mit 65 747 Ausleihen immer noch am meisten gefragt ist. Pro Minute wechselten drei Medien vorübergehend den Besitzer, berechnete Bibliothekarin Lotti Bauen im Jahresrückblick den regen Austausch.

Dass wieder Rekordzahlen von Beständen, Benutzern und Mitgliedern verzeichnet werden können, ist nicht selbstverständlich. Der nachhaltige Erfolg hat einen Namen und ein Gesicht: Lotti Brauen ist seit acht Jahren Leiterin der Stadtbibliothek, hat aber schon seit rund 30 Jahren aktiv und prägend im Team mitgewirkt. Nun übergibt sie die Führung an Barbara Hediger, bleibt dem Team indes noch weiter erhalten.

Begegnungszone Bibliothek

Im Verein mit der Bibliothekskommission unter dem Präsidium von Kurt Frischknecht und ihren tüchtigen Kolleginnen ist es Lotti Brauen gelungen, sich nicht nur den technischen Anforderungen und Herausforderungen anzupassen. Mit verschiedenen Massnahmen ist die Stadtbücherei zur «bibliophilen Begegnungszone» für alle Generationen und vor allem auch Familien geworden. Die einst hohe Hemmschwelle zur hehren Bildungsinstitution ist definitiv abgebaut, die Bibliothek zum Treffpunkt für viele verschiedene Bedürfnisse und Ansprüche geworden.

Lotti Brauen hat der Bibliothek Charme und ein lächelndes Gesicht geschenkt, als freundliche Gastgeberin gewirkt, immer offen für Neues, unkompliziert im Umgang, grosszügig und kooperativ im Team. Ihre Nachfolgerin, seit 2009 dabei, wird den erfolgreichen Weg weitergehen: «Noch mehr Türen öffnen, die Zusammenarbeit mit andern Kulturorganisationen institutionalisieren», verspricht Barbara Hediger, welche im Rahmen des Leitungskurses für Bibliothekarinnen ein neues Konzept für Lenzburg erarbeitet hat. Die Mittel sind vorhanden, budgetiert ist ein Aufwand von 250 500 Franken, Lenzburg, Staufen und Schafisheim leisten namhafte Beiträge.